Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Dienstag eine vorläufige Maßnahme unterzeichnet, um die 20-prozentige Bundessteuer auf internationale Einkäufe bis zu 50 US-Dollar auf null zu setzen. Die Entscheidung, die im Planalto-Palast bekannt gegeben wurde, tritt unmittelbar nach der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Die staatliche ICMS-Steuer bleibt weiterhin bestehen.
Die sogenannte Blusinhas-Steuer wurde 2024 eingeführt und belegte Bestellungen von Plattformen wie Shein, Shopee und AliExpress mit einer Importsteuer von 20 %. Lula erließ die vorläufige Maßnahme nach internen Regierungsdebatten und Kritik von Verbrauchern.
Organisationen wie Abit, Abvtex und Fiemg lehnten die Entscheidung ab. Sie argumentieren, dass die Befreiung zu einem unfairen Wettbewerb gegenüber nationalen Unternehmen führe und Arbeitsplatzverluste sowie Investitionskürzungen nach sich ziehen könne.
Die PT feierte die Aufhebung. Parteiführer erwägen, das Thema in den Kommunikationsstrategien für den Wahlkampf zu nutzen. Senator Flávio Bolsonaro gratulierte Lula, deutete jedoch auf eine politische Motivation hin.
Laut IFI brachte die Steuer von Januar bis April 2026 1,7 Milliarden R$ ein. Die Prognose für das Jahr lag bei 5 bis 6 Milliarden R$.