Eine mit Gin gefüllte Edelstahlkugel, die 2022 im Bodensee versenkt wurde, ist nach über zwei Jahren entdeckt und geborgen worden. Der Fund löst eines der bekanntesten Mysterien am See. Die Schweizer Cateringfirma plant nun, den Inhalt an treue Kunden zu verteilen.
Im Spätsommer 2022 versenkte eine Schweizer Cateringfirma eine 230-Liter-Edelstahlkugel, gefüllt mit Gin, im Bodensee. Das Ziel war es, den Alkohol durch die 100-tägige Lagerung im See mit besonderem Aroma anzureichern. Die Kunden hatten den Gin bereits im Voraus bestellt und bezahlt. Als die Kugel Ende 2022 geborgen werden sollte, war sie spurlos verschwunden. Trotz Suchen durch Polizeitaucher und eine Spezialfirma blieb der Behälter unauffindbar, und Diebstahl wurde vermutet.
Silvan Paganini vom Schiffsbergeverein machte sich nun mit Sonar und einem Tauchroboter auf die Suche, motiviert durch anhaltende Nachfragen eines Reporters. Nahe der vermuteten Stelle entdeckte er die Kugel, die mit einer Kunststoffplane bedeckt und von Muscheln überwuchert war – was sie schwer erkennbar machte. Das Gelände am Grund des Sees ist schwierig: Baumstämme, große Steine, Stahlträger und tiefer Schlick erschweren jede Bergung.
Damit konnten wir eines der bekanntesten Mysterien am Bodensee nach über zwei Jahren lösen.
– Silvan Paganini im Interview mit dem ORF.
Nach dem Fund informierte Paganini die Schweizer Seepolizei. Diese lokalisierte und barg die Kugel am Freitagmittag. Ein Sprecher der Kantonspolizei Thurgau bestätigte: „Die Seepolizei konnte die Gin-Kugel, die 2022 als gestohlen gemeldet wurde, am Freitagmittag orten und aus dem Bodensee bergen.“
Die Firma hatte den meisten Kunden das Geld erstattet. Nun soll der Gin an jene gehen, die auf eine Rückzahlung verzichtet und weiterhin geglaubt haben. Gastronomin Jenny Fisch versprach: „Alle, die an uns geglaubt haben, die kriegen ihren Gin.“ Auch die Finder erhalten einen Anteil.