Eine neue SVT/Verian-Umfrage zeigt, dass 47 Prozent der Schweden ein Verbot von Gesichtsschleiern wie Burka und Niqab an öffentlichen Orten befürworten, während 36 Prozent dagegen sind. Die Unterstützung variiert stark je nach politischem Block, mit 77 Prozent unter Wählern der Tidö-Parteien. Die Umfrage wurde im November unter rund 1000 Personen durchgeführt.
Eine SVT/Verian-Umfrage zeigt, dass nahezu die Hälfte der schwedischen Bevölkerung ein Verbot von Burka und Niqab in öffentlichen Räumen unterstützt. Unter den Befragten sprechen sich 47 Prozent für ein solches Verbot aus, 36 Prozent dagegen und 17 Prozent sind unentschlossen. Die Unterschiede nach politischer Zugehörigkeit sind groß: 77 Prozent der Wähler der Tidö-Parteien – der aktuellen Regierungskoalition – unterstützen ein Verbot, im Vergleich zu nur 22 Prozent unter Opposition Wählern.
Das Thema wird in der Politik debattiert, insbesondere bei den rechten Parteien. Vor dem Parteitag der Christdemokraten im vergangenen Herbst schlug Parteichefin Ebba Busch (KD) ein Verbot vor. „Der Islam muss sich in Schweden anpassen“, sagte sie der Aftonbladet. Ministerpräsident Ulf Kristersson (M) und die SPD-Chefin Magdalena Andersson halten die Frage offen, während Daniel Helldén von den Grünen das Vorschlag kritisiert hat.
Wähler Nedo Dervisevic unterstützt die Idee: „Es ist wichtig zu wissen, mit wem man spricht. Die Augen und das Gesicht zu sehen.“ Im Gegensatz dazu ist Anita Eriksson skeptisch und betont Religionsfreiheit: „Welche der Reichstagsparteien sollte für Religionen eintreten, wenn nicht die Christdemokraten?“
Die Umfrage basiert auf etwa 1000 Web-Interviews mit zufällig ausgewählten Personen im Alter von 18–84 Jahren, die über das Sifo-Panel rekrutiert wurden. Sie wurde vom 17. bis 23. November durchgeführt.