Die National Gender and Equality Commission hat am 10. Dezember 2025 einen Bericht veröffentlicht, der die zunehmende Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen in Kenia zwischen 2024 und 2025 detailliert. Er umfasst weibliche Genitalverstümmelung, frühe Ehen, sexuelle Belästigung und digitalen Missbrauch. Die Erkenntnisse fordern sofortige Interventionen zum Schutz vulnerabler Gruppen.
Ein neuer Bericht der National Gender and Equality Commission (NGEC), veröffentlicht am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, beleuchtet die sich vertiefende Krise der geschlechtsspezifischen Gewalt (GBV), die Mädchen und junge Frauen in ganz Kenia betrifft. Basierend auf Daten aus 2024 und 2025 skizziert das Dokument anhaltende Herausforderungen trotz nationaler Bemühungen, diese Probleme zu bekämpfen.
Wichtige Statistiken zeigen, dass 15 % der schulbesuchenden Mädchen in diesem Zeitraum einer weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) unterzogen wurden, eine Praxis, die durch kulturelle Normen, Geheimhaltung und unzureichende Strafverfolgung aufrechterhalten wird. Ähnlich wurden 23 % gezwungenen frühen Ehen vor dem 18. Lebensjahr ausgesetzt, oft aufgrund wirtschaftlicher Druck, Traditionen und familiärer Erwartungen, was die Bildung unterbricht und langfristigen Schaden verursacht.
Sexuelle Belästigung betrifft 65 % der Mädchen und Frauen in Umfeldern wie Schulen, Häusern, Arbeitsplätzen und öffentlichen Räumen, von verbalen Beleidigungen bis zu körperlichen Übergriffen. Der Bericht weist auf eine erhebliche Untererfassung hin, verursacht durch schwache Mechanismen und eine vorherrschende Kultur des Schweigens, die vielen Überlebenden den Zugang zur Justiz verwehrt.
Online erlebten 64 % der weiblichen Studierenden digitale GBV, einschließlich Cybermobbing, Stalking und unerwünschter sexueller Annäherungen. Der gestiegene Internetzugang unter der Jugend hat neue Wege für Missbrauch eröffnet, wobei Opfer oft aus Angst, Scham oder mangelndem Bewusstsein für digitale Sicherheit schweigen.
NGEC erklärt: „Mehr als 40 % der Frauen und Mädchen in Kenia erleiden GBV im Laufe ihres Lebens. GBV kostet das Land jährlich 46 Milliarden Ksh, mehr als 1 % des BIP.“ Die Kommission fordert eine stärkere Durchsetzung der Anti-FGM- und Kinderehegesetze, breitere Initiativen zur digitalen Kompetenz und zuverlässige Meldesysteme. Sie appelliert an Regierungsbehörden, Pädagogen, Sicherheitskräfte und Gemeindeführer, schnell zu handeln, und betont die Notwendigkeit umfassender Schutzmaßnahmen in physischen und virtuellen Bereichen.