Im 113. Hamburger Stadtderby hat der FC St. Pauli gegen den HSV 0:0 gespielt. Beide Teams im Abstiegskampf erzielten keine Tore und blieben chancenarm. Der HSV verpasst die Revanche auf den Hinrundesieg von St. Pauli.
Das Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV endete am Freitagabend im Millerntor-Stadion mit einem chancenarmen 0:0. Vor 29.183 Zuschauern bei minus vier Grad Celsius boten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit wenig Spielqualität. Der HSV dominierte das Mittelfeld, kam aber nicht zu gefährlichen Abschlüssen. Der einzige Aufreger war ein Foul von St.-Pauli-Verteidiger Adam Dźwigała an HSV-Angreifer Alexander Røssing-Lelesiit in der 7. Minute, das mit Gelb geahndet wurde. Røssing-Lelesiit musste verletzt gegen Fabio Baldé ausgewechselt werden.
Nach der Pause verzögerte Pyrotechnik der Fans das Spiel. Der HSV kam zuerst zu einer Chance: Luka Vušković scheiterte mit einem Kopfball nach Eckball (54.) an St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj. St. Pauli wurde stärker und brachte Kapitän Jackson Irvine sowie Danel Sinani ins Spiel. HSV-Trainer Merlin Polzin reagierte mit einem Komplettaustausch des Angriffs: Robert Glatzel, Rayan Philippe und Jean-Luc Dompé kamen rein. Spät scheiterte Sinani (80.) an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes, Louis Oppie vergab den Nachschuss, und Arkadiusz Pyrka (82.) wurde pariert.
St.-Pauli-Coach Alexander Blessin kritisierte: „Wir haben zu wenig getan - vor allem in der ersten Halbzeit. Für ein Derby ist das einfach zu wenig.“ HSV-Verteidiger Luka Vušković bedauerte: „Ich bin schon enttäuscht. Ich denke, wir hätten drei Punkte verdient gehabt, so wie wir gespielt haben.“ Beide Teams bleiben im Tabellenkeller stecken; der HSV hat weiter fünf Punkte Vorsprung und klettert auf Platz 13, St. Pauli temporär auf den Relegationsplatz. Vor dem Spiel zogen friedliche Fanmärsche zum Stadion, die Polizei sicherte das Risikospiel groß ab. Ricky-Jade Jones von St. Pauli war mit 36,1 km/h der schnellste Spieler der Saison.