Oleksandra Oliynykova feierte ihren ersten WTA-Hauptrundensieg beim Transylvania Open und bezwang Mayar Sherif in einem fast dreistündigen Epos. Die Ukrainerin drehte im entscheidenden Satz einen 3:1-Rückstand in einen 6:7(6), 6:4, 6:4-Erfolg um. Oliynykova schrieb ihren Durchbruch einer Änderung ihrer Einstellung inmitten persönlicher Herausforderungen zu.
Oleksandra Oliynyokovas Weg zum Transylvania Open wurde fast schon vor dem Start sabotiert. In Kiew lebend und trainierend inmitten anhaltender russischer Angriffe geriet die 24-jährige Ukrainerin Stunden vor dem Abgang ihres Zuges nach Cluj-Napoca in einen flächendeckenden Stromausfall. Feststeckend im Aufzug im 20. Stock ihres Gebäudes erreichte sie den Bahnhof mit nur zehn Minuten Puffer. „Als ich im dritten Satz in manchen Momenten zurücklag, sagte ich mir, ich solle einfach genießen, hier zu sein, denn eigentlich ist es ein großes Glück, an diesem Turnier teilzunehmen“, sagte Oliynykova in ihrem On-Court-Interview. „Ich lebe und trainiere in Kiew und wegen der russischen Angriffe haben wir große Probleme mit Strom. Zwei Stunden vor meinem Zug – weil ich im 20. Stock wohne – betrete ich den Aufzug und der Strom fällt aus. Am Ende hatte ich nur noch zehn Minuten bis zum Abgang meines Zugs. Es ist also wirklich ein großes Glück.“ Diese Widerstandsfähigkeit zeigte sich auf dem Platz in ihrem Auftaktmatch gegen Mayar Sherif am Sonntagabend. Das über 2 Stunden und 54 Minuten dauernde Duell brachte atemberaubende Ballwechsel und taktische Glanzleistungen. Sherif, bekannt für ihre Platzkunst, rettete einen Setball und gewann den ersten Satz im Tiebreak mit exquisiten Dropshots. Oliynykova konterte mit Variationen, setzte hohe Mondbälle ein, um Sherif zurückzudrängen, bevor sie flache Winner abfeuerte. Bei 3:1 Rückstand im Dritten rutschte Oliynykova in den Rallies aus, blieb aber am Leben und gewann fünf der letzten sechs Games. Ihre Punktgewinnung, darunter ein delikater geschnittener Passaufschlag à la Hsieh Su-Wei, war entscheidend. Oliynykova, die zwei Wochen zuvor bei den Australian Open mit positiver Ausstrahlung und einem emotionalen Tribut an ihren Soldaten-Vater das Publikum fesselte, trifft in der nächsten Runde auf die Nr. 8 der Setzliste Anna Bondar. Bondar hatte zuvor Ella Seidel mit 4:6, 7:6(6), 6:0 entkommen. Dieser Sieg ist ein Meilenstein für Oliynykova und unterstreicht ihre Kreativität und mentale Stärke inmitten widriger Umstände.