Premier-League-Clubs stimmten am Freitag für die Einführung eines neuen Systems der Kaderkostenquote ab, das Ausgaben auf 85 % des Fußballumsatzes begrenzt, und lehnten kontroverse Verankerungspläne ab. Der Schritt schließt Lücken, die zuvor von Clubs wie Chelsea und Everton genutzt wurden, um Vermögenswerte wie Hotels und Frauenmannschaften zu verkaufen. Die Regeln ersetzen ab nächster Saison die bestehenden Vorschriften zu Rentabilität und Nachhaltigkeit.
Bei einer Versammlung am 21. November 2025 stimmten 14 der 20 Premier-League-Clubs der Kaderkostenquote (SCR) zu, um die aktuellen Regeln zu Rentabilität und Nachhaltigkeit (PSR) zu ersetzen. Unter SCR müssen Clubs Ausgaben für Kaderkosten – einschließlich Ablösesummen und Spielergehälter – auf 85 % ihres fußballbezogenen Umsatzes und des Nettogewinns oder -verlusts aus Spielerverkäufen beschränken. Verkäufe von Kapitalvermögen wie Hotels oder Frauenmannschaften zählen künftig nicht mehr dazu und schließen damit eine Lücke, die in den letzten Jahren ausgenutzt wurde.
Chelsea verkaufte beispielsweise letztes Jahr zwei Hotels am Stamford Bridge an eine Schwesterfirma und ihr Frauen-team an das Mutterunternehmen Blueco für fast 200 Millionen Pfund, was beide Geschäfte ihre PSR-Berechnungen verbesserten. Everton folgte im Juli 2025, indem es sein Frauen-team an Roundhouse Capital Holdings verkaufte, das vom Eigentümergruppe um Dan Friedkin kontrolliert wird. Aston Villa verkaufte ebenfalls sein Frauen-team an das Mutterunternehmen für 55 Millionen Pfund zu Jahresbeginn. Diese Transaktionen wurden unter den geltenden Regeln genehmigt, sind unter SCR jedoch verboten.
Die Clubs stimmten mehrheitlich gegen die Top-to-Bottom-Verankerung (TBA) ab, mit 12 Gegenstimmen, sieben Ja-Stimmen und einer Enthaltung. TBA hätte Kaderausgaben auf das Fünffache der zentralen Einnahmen des Tabellenletzten begrenzt und stieß auf Widerstand von Manchester United, Manchester City und Aston Villa. Die Gewerkschaft der Profifußballer drohte mit Klage gegen das Vorhaben, das sie als De-facto-Gehaltsobergrenze sah.
Ein drittes Vorschlag, Nachhaltigkeit und systemische Resilienz (SSR), wurde einstimmig genehmigt. SSR überwacht die finanzielle Gesundheit der Clubs durch Tests von Working Capital, Liquidität und positivem Eigenkapital, um kurz-, mittel- und langfristige Risiken zu adressieren. Verstöße gegen SCR können Bußgelder für Überschreitung der 85-%-'grünen Schwelle' oder Punkteabzüge für Überschreitung der 115-%-'roten Schwelle' nach sich ziehen, wobei Bußgelder an konforme Clubs umverteilt werden.
Die sechs Clubs, die gegen SCR stimmten, sind Bournemouth, Brighton, Brentford, Crystal Palace, Fulham und Leeds. Die Premier League erklärte, das neue System sei durch Konsultationen entwickelt worden und passe zu den UEFA-Regeln, um finanzielle Nachhaltigkeit vor unabhängiger Regulierung zu fördern.