Der 76-jährige Basketball-Routinier Svetislav Pešić übernimmt überraschend das Traineramt bei den FC Bayern München und löst Gordon Herbert ab. Der Klub sucht mit dem erfahrenen Serben Hilfe aus der Krise in der Euroleague. Pešić soll das Team bis Saisonende führen.
Die Basketballer des FC Bayern München haben sich von ihrem Trainer Gordon Herbert getrennt und setzen nun auf den 76-jährigen Svetislav Pešić. Der Serbe, der bereits von 2012 bis 2016 für den Klub arbeitete, wurde kurzfristig als Nachfolger präsentiert – nur einen Tag vor dem Euroleague-Heimspiel gegen Hapoel Tel Aviv.
Pešić, der bis September Serbiens Nationaltrainer war, bringt eine beeindruckende Erfolgsbilanz mit. 2002 führte er Jugoslawien zum Weltmeistertitel, 2001 wurde er Europameister. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gewann Serbien Bronze, darunter ein Sieg gegen Deutschland im kleinen Finale – ironischerweise das Land, das Pešić 1993 zum EM-Titel geführt hatte. Auf Vereinsebene holte er vier deutsche Meisterschaften mit Alba Berlin und eine mit Bayern München.
„Ich freue mich, dass der Klub glaubt, dass ich auch in so einer Situation helfen kann“, sagte Pešić. Sportchef Dragan Tarlac lobte die schnelle Lösung: „Er weiß, was das Team jetzt braucht, und identifiziert sich mit dem Verein.“ Präsident Herbert Hainer ist überzeugt: „Wir sind der festen Überzeugung, dass er uns sofort helfen kann.“
Der Wechsel erfolgte nach einem 83:55-Sieg gegen die Telekom Baskets Bonn, dem ersten Spiel ohne Herbert. Der Kanadier hatte die deutsche Nationalmannschaft 2023 zum Weltmeistertitel geführt, doch in der Euroleague-Saison 2024/25 glich das Team um Stars wie Andreas Obst und Johannes Voigtmann mit nur fünf Siegen aus 17 Spielen den Vorletzten an. Interessant: Marko Pešić, der Sohn des Trainers, tritt Ende des Jahres als Geschäftsführer zurück.