Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Herning eine überraschende 27:30-Niederlage gegen Serbien hinnehmen müssen. Nach einer starken ersten Halbzeit mit 17:13-Führung brach das Team in der zweiten Hälfte ein, unter anderem durch einen Fehlgriff des Trainers Alfred Gislason. Nun muss Deutschland am Montag gegen Spanien gewinnen, um weiterzukommen.
In der Jyske Bank Boxen in Herning unterlag die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason Serbien mit 27:30 (17:13). Vor 9130 Zuschauern, darunter viele aus Deutschland, was einen Rekord für ein Handballspiel in Dänemark ohne dänische Beteiligung darstellt, startete das DHB-Team stark. David Späth hütete das Tor und parierte sieben Würfe bis zur Pause, Juri Knorr und Franz Semper trieben den Angriff an.
Die Serben, angeführt vom Berliner Torhüter Dejan Milosavljev mit zwölf Paraden, machten acht technische Fehler in der ersten Halbzeit, doch Deutschland nutzte dies nur mäßig und führte nur mit vier Toren. Nach der Pause fiel das Spiel der Deutschen auseinander: Zu viele Fehlwürfe, wie von Renars Uscins und Marko Grgic, und eine schwache Abwehr führten zu einem 20:20-Ausgleich. Andreas Wolff kam nach 42 Minuten ins Spiel, doch es half nicht.
Der entscheidende Moment ereignete sich in der 58. Minute: Knorr warf zum vermeintlichen 26:26, doch Gislason hatte den Buzzer für eine Auszeit zu früh gedrückt, sodass das Tor nicht zählte. „Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf meine Kappe“, sagte der Isländer. Lukas Zerbe verfehlte kurz darauf einen Siebenmeter, Serbien zog davon. Kapitän Johannes Golla resümierte: „Wir haben völlig den Faden verloren aufgrund der vielen Fehlwürfe und technischen Fehler. Wir waren verunsichert, haben den Mut verloren.“ Juri Knorr milderte ab: „Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen.“
Nach dem Auftaktsieg gegen Österreich (30:27) droht nun das vorzeitige Aus. Am Montag (20:30 Uhr, ZDF) gegen Spanien braucht Deutschland einen Sieg mit mindestens drei Toren Differenz, falls Serbien Österreich besiegt, um im Dreiervergleich weiterzukommen. Miro Schluroff sorgte mit einem Wurf von 134,09 km/h für den Rekord der Partie, doch es war kein Trost.