Die deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft in Herning trotz einer schwachen ersten Halbzeit mit 32:30 gegen Portugal gewonnen und den Traum vom Halbfinale am Leben gehalten. Matchwinner waren Miro Schluroff und Torhüter Andi Wolff. Nächster Gegner ist Norwegen.
In Herning starteten die deutschen Handballer mit einem 32:30-Sieg (11:11) gegen Portugal in die Hauptrunde der EM. Trotz vieler Fehler in der ersten Halbzeit, in der sie neun technische Fehler machten, steigerten sie sich nach der Pause. Bundestrainer Alfred Gislason resümierte: „Wir machen neun technische Fehler vor der Pause, mehr als im ganzen Spiel gegen Spanien. Alle waren gehemmt, es war viel Stress, zu viel Grübeln im Spiel.“
Die Abwehr stand solide mit Tom Kieseler und Matthes Langhoff, während Andi Wolff insgesamt 15 Bälle parierte, darunter Power-Paraden gegen Luis Frade und Antonio Areia. Im Angriff agierte das Team zäh, Juri Knorr hatte einen Fehlstart, doch nach der Pause kehrte er zurück und sorgte mit Miro Schluroff für Tempo. Schluroff traf entscheidend, darunter in den Winkel bei 15:15 und unter Bedrängnis bei 25:23.
Kapitän Johannes Golla erhielt eine Rote Karte, nachdem er „Kiko“ Costa im Gesicht traf, was Gislason als unverständlich kritisierte. Lukas Zerbe entschied per Siebenmeter 38 Sekunden vor Schluss zum 31:29. „Wir sind in der Crunchtime cool geblieben, ich bin happy“, sagte Zerbe. Portugals Trainer Paulo Pereira sah es physisch: „Deutschland hatte einen Tag mehr Zeit zu regenerieren. Und dann ist Wolff eben Wolff.“
Schluroff betonte: „Eine Riesenlast ist von mir abgefallen. Dieser Sieg kann für den Ausgang der Gruppe entscheidend sein.“ Vor 6145 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen blieben die deutschen Fans in der Überzahl. Der nächste Test gegen Norwegen folgt am Samstag um 20:30 Uhr.