Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die Hauptrunde der EM mit einem 32:30-Sieg gegen Portugal begonnen. Kapitän Johannes Golla erhielt in der 53. Minute eine Rote Karte, doch die EHF-Disziplinarkommission sprach ihn von einer Sperre frei. So kann er am Samstag gegen Norwegen antreten.
In Herning begann die deutsche Handball-Auswahl die EM-Hauptrunde mit einem knappen 32:30-Erfolg gegen den WM-Vierten Portugal. Es war eine Revanche für das Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr. Das Spiel entwickelte sich zu einer wilden Achterbahnfahrt mit zahlreichen Fehlern, besonders vor der Pause.
Die erste Halbzeit endete 11:11. Deutschland litt unter neun Ballverlusten und einer Angriffseffektivität von nur 41 Prozent. Torhüter Andreas Wolff hielt mit neun Paraden die Abwehr zusammen und wurde zum „Player of the Match“ gekürt. Nach der Pause drehte Miro Schluroff mit sieben Toren aus acht Würfen das Spiel. Renars Uscins und Justus Fischer trugen ebenfalls entscheidend bei.
In der 53. Minute erhielt Kapitän Johannes Golla nach Videoüberprüfung eine Rote Karte für ein Foul an Francisco „Kiko“ Costa. Bundestrainer Alfred Gislason kritisierte die Entscheidung: „Wenn das eine Rote Karte sein soll, dann verstehe ich das nicht so richtig. Man kann maximal eine Zwei-Minuten-Strafe geben.“ Golla selbst betonte: „Es war keine Absicht. Ich treffe ihn auch nicht beim ersten Kontakt, sondern beim zweiten.“
Am Donnerstagabend entschied die EHF-Disziplinarkommission, dass keine Sperre verhängt wird. „Das wäre sehr bitter für uns“, hatte Gislason zuvor gesagt. Teamkollege Miro Schluroff, bester deutscher Werfer mit sieben Toren, war erleichtert: „Wenn dadurch jetzt eine Sperre zustande kommt, dann muss ich schon sagen, wäre das ein ganz schönes Ding.“
Portugal musste auf Kreisläufer Victor Iturriza verzichten, der gesperrt war. Deutschland führt nun mit vier Punkten die Gruppe an. Nächster Gegner ist Norwegen am Samstag um 20:30 Uhr. Die beiden besten Teams ziehen ins Halbfinale ein.