Die portugiesischen Handball-Brüder Martim und Francisco „Kiko“ Costa haben mit ihrem Auftritt gegen Dänemark für Aufsehen gesorgt und sind nun eine Gefahr für das deutsche Team in der Hauptrunde der EM. Portugal besiegte den viermaligen Weltmeister fast im Alleingang, wobei die Geschwister 18 Tore und 11 Assists erzielten. Das Spiel gegen Deutschland findet am Donnerstag um 15:30 Uhr statt.
In Herning hat Portugal bei der Handball-Europameisterschaft für die erste Sensation gesorgt, indem es Dänemark besiegte. Die norwegische Zeitung Dagbladet titelte „dänische Handball-Bombe“, während das schwedische Aftonbladet von einem gescheiterten Favoriten sprach. Die portugiesische A Bola jubelte: „Monumental! Historisch!“ Die Costa-Brüder, Martim (23) und Francisco „Kiko“ (20), die für Sporting Lissabon spielen, waren die treibende Kraft mit 18 Toren und 11 Assists. Kiko führt die Torschützenliste der Vorrunde mit 29 Treffern an.
Portugal hat sich in den letzten Jahren etabliert: Vor fünf Jahren EM-Sechster, 2022 und 2024 EM-Silber bei den Junioren. Bei der Weltmeisterschaft 2025 schickte es Deutschland im Viertelfinale nach Hause und verpasste Bronze knapp. Der Sport in Portugal hat einen Quantensprung gemacht, angelehnt an Fußballklubs wie Benfica, Sporting Lissabon und FC Porto.
Kikos Karriere begann mit fünf Jahren am Colégio dos Carvalho südlich von Porto. Mit 15 debütierte er für den FC Porto und erzielte 19 Tore in drei Spielen. Seit 2021 spielen die Brüder bei Sporting, der Wechsel kostete 230.000 Euro. Ihr Vater Ricardo, mit über 200 Länderspielen, trainierte sie. Kiko gilt als größtes Talent seit Nikola Karabatic und wurde 2023 bester Nachwuchsspieler der WM. Martim war 2022 EM-Torschützenkönig.
Die Brüder haben ihre Verträge bis 2030 verlängert, doch der FC Barcelona zeigt Interesse an Kiko als Nachfolger für Dika Mem ab 2027, mit einer Ablöse von rund einer Million Euro. Martim möchte mitkommen. Für Deutschland, das am Donnerstag antritt, ist Vorsicht geboten, nicht nur wegen der Costa-Brüder.