Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht vor einem historischen EM-Fiasko, nachdem sie in der Vorrunde mit 27:30 gegen Serbien verlor. Das Spiel gegen Spanien am Montag wird zum Endspiel für Trainer Alfred Gislason und das Team. Spielmacher Juri Knorr äußerte Frustration über begrenzte Einsatzzeit.
In Herning, Dänemark, kämpfen die deutschen Handballer bei der EM 2026 um das Weiterkommen. Nach dem Auftaktsieg gegen Österreich (30:27 am 15. Januar) folgte am 17. Januar eine bittere 27:30-Niederlage gegen Serbien. Die Mannschaft führte zur Halbzeit mit 17:13, brach jedoch in der zweiten Hälfte ein und erzielte nur 10 Tore.
Bundestrainer Alfred Gislason steht unter Druck: Sein Vertrag läuft nach der Heim-WM 2027 aus, und ein Vorrundenaus wäre ein Fiasko. Gislason räumte Fehler ein, darunter einen Buzzer-Druck nach 57:16 Minuten, der ein Tor von Juri Knorr ungültig machte. „Mein Auszeit-Fehler hat mindestens einen Punkt gekostet“, sagte er. Er hofft auf eine Wiederholung der Olympia-Wunder von 2024.
Im Team brodelt es. Knorr, der in der ersten Halbzeit glänzte, bekam in der zweiten nur wenig Spielzeit: „Ich stehe ultrafrustriert da, wenn man auf der Bank sitzt und nicht helfen kann.“ Er kritisierte die Rotation und forderte mehr Vertrauen. Ehemaliger Weltmeister Michael Kraus urteilte: „Er hat sich vercoacht.“
Gegen Spanien braucht Deutschland je nach Serbien-Österreich-Spiel einen Sieg mit mindestens drei Toren Vorsprung, um im Dreiervergleich weiterzukommen. DHB-Präsident Andreas Michelmann betonte: „Wir haben vollstes Vertrauen in den Trainer – was das nächste Spiel anbelangt.“ Die EM findet vom 15. Januar bis 1. Februar in Dänemark, Schweden und Norwegen statt.