Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat den Titelverteidiger Frankreich mit 38:34 besiegt und steht im Halbfinale der Europameisterschaft. Star des Spiels war Juri Knorr mit zehn Toren in 18 Minuten. Im Viertelfinale trifft Deutschland am Freitag auf Kroatien.
In Herning, Dänemark, vor 10.850 Zuschauern, verwandelte die DHB-Auswahl den zweiten Matchball und besiegte Frankreich souverän 38:34 (19:15). Der Sieg bedeutet den Einzug ins Halbfinale gegen Kroatien am Freitag um 17:45 Uhr live in der ARD. Das andere Halbfinale bestreiten Dänemark und Island um 20:30 Uhr.
Juri Knorr, der Spielmacher von Aalborg Handbold, zweifelte zuvor an seiner Form in der EM, explodierte jedoch gegen Frankreich: Zehn Tore in 18 Minuten, darunter sechs in der ersten Halbzeit ohne Ballverlust. Er wurde zum „Player of the Match“ gekürt. Sein Duell mit dem Franzosen Dika Mem, der elf Tore warf, prägte das Spiel. Die deutsche Offensive zeigte 76 Prozent Effektivität in der ersten Hälfte mit nur zwei Ballverlusten, die Abwehr hielt stark, außer gegen Mem.
Bundestrainer Alfred Gislason lobte die „phänomenale Leistung“: „Er hat sich sehr unter Druck gesetzt. Heute hat er das beste Spiel gemacht, das ich je von ihm gegen so eine Nation gesehen habe.“ Torhüter Andreas Wolff stand in der ersten Halbzeit im Tor, David Späth in der zweiten; Tom Kiesler fehlte krank mit Magen-Darm-Problemen.
Der Traum vom EM-Gold, zehn Jahre nach Krakau 2016, lebt weiter. Deutschland startete stark mit 4:2 nach sechs Minuten und führte mit 19:15 zur Pause – der besten Halbzeit des Turniers. Nach der Pause schrumpfte der Vorsprung auf ein Tor, doch in den letzten Minuten trafen Lukas Zerbe, Julian Köster und Renars Uscins entscheidend (36:32, 37:34), Wolff parierte, final 38:34.
Gislason war „extrem stolz“ auf das Team, das in allen Bereichen top spielte. Knorr fühlte sich wie in einem „schlechten Groschenroman“, so schlicht der Plot seines Erfolgs.