Xbox-CEO Asha Sharma und der Leiter der Xbox Game Studios, Matt Booty, haben am 10. Juni eine direkte Nachricht an die Mitarbeiter gesendet, in der sie darauf hinweisen, dass der aktuelle Geschäftsbetrieb so nicht fortgeführt werden kann. Das Schreiben benennt fünf harte Realitäten, mit denen die Sparte konfrontiert ist, darunter geringe Gewinne und steigende Kosten. Bloomberg berichtete zudem, dass für den nächsten Monat umfangreiche Entlassungen geplant sind.
Die auf Xbox Wire veröffentlichte E-Mail beschrieb das am 30. Juni endende Geschäftsjahr von Xbox als eines, das lediglich eine Gewinnmarge von 3 Prozent abwarf. Es wurde darauf hingewiesen, dass innerhalb von fünf Jahren 20 Milliarden US-Dollar in Studio-Investitionen geflossen sind, die 69 Milliarden US-Dollar für die Übernahme von Activision Blizzard King nicht mitgerechnet, während der Jahresumsatz um fast eine halbe Milliarde US-Dollar zurückging. Sharma und Booty verwiesen zudem auf eine Krise bei Hardware-Komponenten, wobei die Speicherkosten mittlerweile viermal höher sind als im letzten Herbst und bis zum Weihnachtsgeschäft 2027 weiter steigen sollen. Sie bezeichneten das Studiosystem als überlastet und die Plattforminfrastruktur als zu komplex und zu abhängig von Anbietern. Beide schrieben, dass die Sparte eigenständiger werden und ihre Investitionen über die nächsten fünf Jahre neu bewerten müsse. Quellen von Bloomberg zufolge werden die Entlassungen zusammen mit Kürzungen im Marketing nach dem Ende des Geschäftsjahres folgen, wobei die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter noch unbekannt ist.