Verbände kritisieren Unternehmensbewertung als Hürde für Nachfolgen

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und der Steuerzahlerbund haben Bundesfinanzminister Lars Klingbeil einen Brandbrief geschickt. Sie beklagen ungerechte Bewertungen nicht börsennotierter Unternehmen, die Nachfolgen behindern. Dies verschärfe die Probleme des Mittelstands neben der Erbschaftssteuer.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer möchten im Ruhestand ihr Lebenswerk übergeben, doch die Zahl der Unternehmensnachfolgen stagniert, wie eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn zeigt. Potenzielle Nachfolger schrecken wegen hoher Kosten zurück, oft wird die Erbschaftsteuer als Grund genannt. Weniger beachtet wird die steuerliche Bewertung nicht börsennotierter Betriebe, die der BVMW und der Steuerzahlerbund als ungerecht kritisieren.

In ihrem Brief an Klingbeil (SPD), der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt, warnen die Verbände vor dem vereinfachten Ertragswertverfahren der Finanzbehörden. Dieses berechnet den Wert basierend auf Durchschnittserträgen und zukünftigen Gewinnen, ignoriert aber individuelle Risiken wie Abhängigkeit von wenigen Kunden oder schwankende Rohstoffpreise. So wirken gesunde Unternehmen unattraktiv.

„Die Pauschal-Praxis ist ein XXL-Risiko: Sie geht an der Realität vorbei und setzt den Mittelstand noch mehr unter Druck, der längst unter hohen Energiepreisen, Fachkräftemangel, Investitionsstau und ausufernder Bürokratie leidet“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, dem RND. „Überhöhte Steuerbewertungen verschärfen die angespannte Lage noch – sie gefährden Unternehmensnachfolgen und Arbeitsplätze.“

Die Kritik eskaliert inmitten der Debatte um eine Erbschaftssteuerreform, die Unsicherheiten schürt. BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus forderte „endlich Fairness und Transparenz bei der Erbschaftsteuer, keine fiskalischen Mondbewertungen, die jede Pommes-Bude zum 3-Sterne-Lokal hochjazzen“.

Der Brief schlägt Lösungen vor, darunter eine kurzfristige Überprüfung der Bewertungspraktiken und klare Leitlinien für realistische Unternehmensbewertungen.

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