Die Nationalversammlung prüft am Montag einen Gesetzesentwurf zur Bekämpfung neuer Formen des Antisemitismus, angeführt von Abgeordneter Caroline Yadan. Im November 2024 eingebracht, verknüpft der Text Antizionismus explizit mit Antisemitismus und sorgt bereits für hitzige Debatten über die Meinungsfreiheit.
Der Gesetzesentwurf „zur Bekämpfung neuer Formen des Antisemitismus“ steht am Montag, dem 26. Januar, auf der Agenda der Nationalversammlung. Angeführt von Caroline Yadan, einer Abgeordneten der Renaissance für Franzosen im Ausland, wurde er im November 2024 eingebracht und von 120 Abgeordneten des Präsidentenlagers mitunterzeichnet, sowie einigen Sozialisten, darunter François Hollande. In der Begründung verknüpft der Text Antizionismus direkt mit Antisemitismus und befeuert aktuelle Kontroversen. Es tauchen sensible Fragen auf: Würde das Gesetz den Satz „Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein“ oder Behauptungen eines „Genozids“ in Gaza kriminalisieren? Der Vorschlag kommt inmitten des Gaza-Kriegs, ausgelöst durch den Hamas-Angriff auf Süden Israels am 7. Oktober 2023, bei dem über 1.200 Menschen, größtenteils Zivilisten, getötet und 250 Geiseln genommen wurden. Als Reaktion hat die israelische Armee nach Angaben der lokalen Behörden unter Hamas-Kontrolle mehr als 70.000 Tote in Gaza verursacht. Diese Welle internationaler Proteste hat Spannungen um Antisemitismus in Frankreich wieder angeheizt und führt die Befürworter zu Forderungen nach strengeren Gesetzen.