Die mexikanische Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) wies am Samstag, den 4. April, die Schlussfolgerungen des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen zur Situation in Mexiko zurück. Sie warf dem internationalen Gremium eine voreingenommene Lesart vor, der es an historischer Perspektive mangele. Die CNDH verteidigte die Bemühungen des mexikanischen Staates bei der Suche nach vermissten Personen.
Die CNDH veröffentlichte eine offizielle Mitteilung, in der sie erklärte, dass die Entscheidung des Ausschusses gegen das Verschwindenlassen (CED), den mexikanischen Fall dringlich an die UN-Generalversammlung zu überweisen, aus einer widersprüchlichen Interpretation resultiere, die den nationalen Kontext und die institutionellen Fortschritte ignoriere. Das unabhängige Gremium kritisierte den CED dafür, Standpunkte von NGOs wie dem Centro Prodh gegenüber den Bemühungen des Staates in den vergangenen sieben Jahren zu priorisieren. Es argumentierte, dass gemäß Artikel 30 und 31 des internationalen Übereinkommens zunächst nationale Instanzen hätten ausgeschöpft werden müssen. Die CNDH präzisierte, dass erzwungenes Verschwindenlassen als staatliche Politik während des „Schmutzigen Krieges“ (1951-1990) und des „Drogenkrieges“ (2006-2012) stattgefunden habe. Für aktuelle Fälle betonte sie die Anordnung von Suchmaßnahmen und die Stärkung der Institutionen. Zudem hob sie Widersprüche im CED-Bericht hervor und verteidigte ihre 14 Empfehlungen zum erzwungenen Verschwindenlassen seit 2023, die Vorfälle von 1958 bis 2022 in Bundesstaaten wie Morelos, Sinaloa, Durango, Guerrero und Puebla abdecken. Die mexikanische Regierung hatte den CED-Bericht zuvor als „voreingenommen“ und mangelhaft in der rechtlichen Strenge bezeichnet, während Amnesty International die Entscheidung begrüßte und zur Akzeptanz internationaler Zusammenarbeit drängte, wobei darauf hingewiesen wurde, dass die Krise mehr als 132.000 Familien betreffe.