Der kolumbianische Rechnungsprüfungshof hat regulatorische Lücken und Schwächen bei den Vorsorgemaßnahmen aufgedeckt, die die Aufsichtsbehörde für Familiensubventionen (Supersubsidio) gegen Familienausgleichskassen (CCF) verhängt hat. Die Studie untersuchte 24 Interventionen aus dem Zeitraum 2019 bis 2023 und bewertete die Mehrheit als unbefriedigend. Die Ergebnisse beeinflussten ein Urteil des Verfassungsgerichts, das bis 2027 ein neues Regelwerk vorschreibt.
Der kolumbianische Rechnungsprüfungshof (Contraloría General) legte über seine Vertretung für den Arbeitssektor eine sektorale Studie zu den Vorsorgemaßnahmen vor, die von der Aufsichtsbehörde für Familiensubventionen (Supersubsidio) gegenüber Familienausgleichskassen (CCF) angeordnet wurden. Die Überprüfung umfasste 24 Maßnahmen aus den Jahren 2019 bis 2023: Neun (38 %) wurden als zufriedenstellend eingestuft, dreizehn (54 %) als unzureichend, und bei zwei (8 %) handelte es sich um untypische Fälle, die nicht bewertet werden konnten. Zu den identifizierten Problemen gehören finanzielle Schwierigkeiten in den CCFs, insbesondere bei Gesundheitsprogrammen, sowie Schwächen in den Bereichen Recht, Verwaltung und Unternehmensführung. Der Rechnungsprüfungshof stellte fest, dass diesen Maßnahmen keine zeitliche Begrenzung auferlegt ist, sodass einige über mehrere Amtszeiten hinweg andauern. Zudem definieren die geltenden Vorschriften weder Ursachen, Kriterien noch Verfahren oder Zeitpläne, was zu ungleichmäßigen Praktiken und Ermessensspielräumen führt. Aktuell unterliegen von den insgesamt 42 CCFs 13 einer Vorsorgemaßnahme: zwei stehen unter besonderer Aufsicht, zwei unter teilweiser administrativer Intervention und neun unter vollständiger administrativer Intervention. Die Studie diente als Grundlage für das Urteil C-298 des Verfassungsgerichts vom 3. Juli 2025, in dem die Verfassungswidrigkeit des bestehenden Systems mit einer Aufschubfrist erklärt wurde. Das Gericht wies den Kongress an, bis zum 21. Juni 2027 einen neuen Rahmen für Vorsorge- und Sanktionsmaßnahmen im System der Familiensubventionen zu erlassen, um Transparenz, Effektivität und Gerechtigkeit zu gewährleisten. Der Rechnungsprüfungshof führt die Überwachung fort und erstellt für die erste Jahreshälfte 2026 eine neue Studie, um die Auswirkungen des Urteils auf die Praxis der Supersubsidio zu bewerten.