Unter namhaften Ökonomen ist ein heftiger Streit um die Einladung von Stefan Homburg zu den Hayek-Tagen Ende Mai in Münster entbrannt. Der pensionierte Professor ist für kontroverse Thesen bekannt, die den Klimawandel anzweifeln und Corona-Maßnahmen mit dem NS-Regime verglichen. Die Veranstaltung ehrt zudem Veronika Grimm mit der Hayek-Medaille.
Berlin. Mehrere namhafte Ökonomen streiten sich intensiv über die Entscheidung der Hayek-Gesellschaft, Stefan Homburg zu den „Hayek-Tagen“ Ende Mai in Münster einzuladen. Homburg, ehemaliger Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen an der Leibniz Universität Hannover und nun pensioniert, hat in den letzten Jahren mit provokanten Positionen aufgefallen. Er stellt den menschengemachten Klimawandel infrage und hat Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie mit den Verhältnissen im Deutschen Reich von 1933 verglichen. Daraufhin nannte die Moderatorin Collien Fernandes, die kürzlich ihren Fall sexualisierter Gewalt im virtuellen Raum öffentlich machte, Homburg ein „Flittchen“ in den sozialen Medien, wie berichtet wird. Bei der Tagung soll Homburg gemeinsam mit Jan Schnellenbach, Ökonom an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, zum Thema „Interventionsstaat am Ende?“ diskutieren. Die Veranstaltung wird außerdem von der Wirtschaftsweise Veronika Grimm geprägt, die an der Technischen Universität Nürnberg lehrt und die Hayek-Medaille erhalten soll. Ebenfalls als Redner erwartet wird Hans-Werner Sinn, früherer Präsident des ifo Instituts. Der Streit um Homburgs Teilnahme eskaliert und betrifft auch die Beteiligung von Veronika Grimm, ohne dass nähere Details zu den Positionen der Beteiligten vorliegen.