Stromminister Kgosientsho Ramokgopa erklärte, dass Eskom prüft, ob eine direkte Rolle bei der Einziehung von Stromgebühren von den Einwohnern Johannesburgs übernommen werden kann. Der Schritt folgt auf eine Ankündigung des Versorgers, die Stromversorgung aufgrund unbezahlter Schulden in Höhe von mehr als 5,2 Milliarden Rand zu drosseln.
Am 19. Mai gab Eskom eine formelle Mitteilung heraus, in der vor einer Drosselung oder Unterbrechung der Stromgroßhandelsversorgung für Teile von Johannesburg gewarnt wurde, da Rückstände in Höhe von 5,25 Milliarden Rand sowie weitere 1,58 Milliarden Rand im Juni fällig seien. Der Versorger erklärte, dass die Stadt Johannesburg und City Power ihren Versorgungsvertrag wiederholt nicht eingehalten hätten.
In einem Interview mit Radio 702 am 20. Mai bestätigte Ramokgopa, dass Eskom sein Vertriebsagenturmodell für die Stadt bewertet. Im Rahmen dieses Modells würde Eskom intelligente Stromzähler installieren, technische Unterstützung leisten und Einnahmen direkt einziehen. Er merkte an, dass dieser Ansatz bereits in kleineren Kommunen wie der Merafong City Local Municipality angewandt wurde.
Johannesburgs Bürgermeister Dada Morero ging während seiner Rede zur Lage der Stadt am 20. Mai auf die Drohung ein. Er erklärte, die Stadt werde mit dem Minister und der Salga zusammenarbeiten, um die Angelegenheit zu klären, und skizzierte einen Sanierungsplan für City Power sowie ein Darlehen der deutschen Entwicklungsbank KfW in Höhe von 200 Millionen Euro für Energieprojekte.
Die Organisation Undoing Tax Abuse (Outa) forderte Eskom dazu auf, Einnahmequellen abzufangen, anstatt die Versorgung zahlender Kunden zu unterbrechen. Julius Kleynhans, Geschäftsführer bei Outa, sagte, dass die Einwohner ihre Rechnungen weiterhin bezahlen, die Gelder den Versorger jedoch nicht erreichen.