Das Bundeswirtschaftsministerium unter Ministerin Katherina Reiche prüft den Verkauf der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch-Gruppe. Der Kauf durch den US-Investor könnte unter bestimmten Bedingungen vom Staat untersagt werden. Der Deal soll nach Behördenzustimmung in der zweiten Hälfte 2026 abgeschlossen werden.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen, eine der größten in Deutschland, verarbeitet jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Rohöl an zwei Standorten. BP plant, den Komplex an die auf Malta ansässige Klesch-Gruppe zu verkaufen, die von dem US-Amerikaner A. Gary Klesch geführt wird. Die Gruppe betreibt bereits zwei Raffinerien in Europa, darunter die Anlage Heide in Schleswig-Holstein.
Nach einem Bericht des „Spiegel“ leitet das Ministerium eine Investitionsprüfung ein, da der Käufer als nicht-europäischer Investor gilt. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte: „Aufgrund von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen der am Erwerb beteiligten Unternehmen könne das Ministerium keine Informationen zu etwaigen konkreten Investitionsprüfverfahren geben.“
Der „Spiegel“ berichtet zudem von einem undurchsichtigen Firmenkonstrukt hinter der Klesch-Gruppe in der Steueroase Jersey. Die Raffinerie produziert hauptsächlich Kraftstoffe für Straßen- und Luftverkehr. Der Verkauf hängt von der Zustimmung der Behörden ab.