Gilead und Fiocruz schließen Abkommen für Produktion von HIV-Injektion in Brasilien

Das Pharmaunternehmen Gilead Sciences hat ein Memorandum of Understanding mit Farmanguinhos, einem Teil von Fiocruz, unterzeichnet, um Technologietransfer und lokale Produktion von Lenacapavir, einer semestrialen HIV-Präventionsinjektion, zu prüfen. Das Abkommen soll Kosten senken und die Zugänglichkeit in Brasilien verbessern, ist jedoch noch kein formelles Engagement. Anvisa hat das Medikament am 12. Januar 2026 genehmigt.

Gilead Sciences hat die Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding mit Farmanguinhos, dem pharmazeutischen Technologieinstitut der Stiftung Oswaldo Cruz (Fiocruz), angekündigt, um Kooperationsmöglichkeiten für die Produktion von Lenacapavir in Brasilien zu untersuchen. Das Dokument, das von Farmanguinhos bestätigt wurde, konzentriert sich auf einen potenziellen Technologietransfer, der die Herstellungskosten senken und das Medikament zugänglicher für das öffentliche Gesundheitssystem machen könnte. Lenacapavir, am 12. Januar 2026 von Anvisa zugelassen, ist eine Injektion, die alle sechs Monate zur HIV-Prävention über PrEP (Pre-Exposure Prophylaxis) verabreicht wird. Sein hoher Preis stellt jedoch eine Hürde dar: In den USA kostet die jährliche Behandlung zwischen 25.300 US$ (ca. 136.000 R$) und 44.800 US$ (241.000 R$). Eine Generika-Version könnte laut einer Lancet-Studie jährlich zwischen 25 und 47 US$ (135 bis 253 R$) kosten, aber Brasilien wurde von Gilead nicht autorisiert, sie herzustellen, im Gegensatz zu 120 Ländern mit niedrigem Einkommen. Das Pharmaunternehmen betont, dass das Memorandum keine Verpflichtungen formalisiert und als Grundlage für Gespräche dient. Gilead kooperiert derzeit bei klinischen Studien im Land und spendet kostenlose Dosen. Das Projekt ImPrEP LEN Brasilien unter Leitung von Fiocruz wird das Medikament in sieben Städten testen: São Paulo, Rio de Janeiro, Salvador, Florianópolis, Manaus, Campinas (SP) und Nova Iguaçu (RJ). Die Zielgruppe umfasst schwule und bisexuelle Männer, nicht-binäre Personen, die bei der Geburt als männlich identifiziert wurden, sowie Transgender-Personen im Alter von 16 bis 30 Jahren, die freiwillig PrEP suchen. „Gilead ist bestrebt, eine faire und nachhaltige Preispolitik zu entwickeln“, hieß es von dem Unternehmen. Die Aufnahme ins SUS hängt von Conitec und der Preiskontrolle durch CMED ab, was die Herausforderungen für den universellen Zugang unterstreicht.

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