In Schleswig-Holstein wirkt der Reichtum unauffällig, doch die Zahl der Einkommensmillionäre steigt kontinuierlich. Laut Statistik Nord gibt es 1184 solcher Personen mit durchschnittlich 2,8 Millionen Euro Einkommen. Hinter der bodenständigen Fassade verbirgt sich ein klarer Aufwärtstrend.
Schleswig-Holstein zwischen Nordsee und Ostsee zeigt finanziell eine bodenständige Fassade. Offiziell zählt das Land weniger Einkommensmillionäre als der Bundesdurchschnitt: 7,9 pro 10.000 Steuerpflichtige gegenüber 8,0 bundesweit. Die Steuerstatistik von 2021, die neueste verfügbare, meldet genau 1184 einkommenspflichtige Personen mit mindestens einer Million Euro Einkommen.
Die Dichte variiert regional: Höchste Werte finden sich in Nordfriesland mit 16,1 Millionären je 10.000 Steuerpflichtige, gefolgt von Rendsburg-Eckernförde (9,8), Plön (9,7) und Stormarn (8,0). Am geringsten ist sie in Neumünster mit 2,5. Explizite Zahlen für Lübeck fehlen.
Trotz der niedrigen Quote wächst die Zahl der Millionäre seit Jahren um fast zehn Prozent, wie Daten von Statistik Nord zeigen. Ihr durchschnittliches Einkommen beträgt 2,8 Millionen Euro. Bekannte Namen umfassen Ronald Slabke mit 0,6 Milliarden Euro (Hypoport in Lübeck, Platz 168), Gerald Kassner mit 400 Millionen Euro (Sundair in Lübeck-Blankensee, Platz 408), die Familie Dräger mit 350 Millionen Euro (Platz 478), die Familie Oldendorff mit 2,2 Milliarden Euro (Platz 78) und Winfried Stöcker mit 300 Millionen Euro (Platz 524) – basierend auf dem Manager Magazin 2025.
89 von 100 Einkommensmillionären erzielen ihr Vermögen als Gewerbetreibende, erklärt das Statistikamt Nord. Im Vergleich liegt das durchschnittliche Einkommen aller Steuerpflichtigen in Schleswig-Holstein bei 45.481 Euro, gestiegen um 4,4 Prozent. Die meisten Millionäre Deutschlands leben jedoch in Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg.