Der brasilianische Superior Court of Justice hat entschieden, dass Busfahrer, Schaffner und Lkw-Fahrer Anspruch auf eine spezielle INSS-Rente haben können, wenn sie eine Belastung durch gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen nachweisen.
Das Urteil erging am Donnerstagnachmittag im Rahmen eines Grundsatzverfahrens unter dem Aktenzeichen 1.310, das landesweite Gültigkeit hat. Das Gericht entschied, dass der Anspruch auch nach dem Gesetz von 1995 anerkannt werden kann, sofern durch Nachweise belegt wird, dass eine Exposition gegenüber gesundheitsschädlichen Bedingungen vorlag. Die Anwältin Adriane Bramante, die den Fall vertrat, erklärte, dass für die Anerkennung Dokumente und Gutachten erforderlich seien, die übermäßige Arbeitszeiten, ständigen Stress und schlechte Straßenverhältnisse belegen. Da das INSS die Leistung in der Regel ablehnt, müssen die Antragsteller mit anwaltlicher Hilfe vor Gericht ziehen. Bereits im Ruhestand befindliche Arbeitnehmer können eine Überprüfung beantragen, und diejenigen, die nur für einen Teil ihrer Karriere gesundheitsschädlichen Einflüssen ausgesetzt waren, behalten den Anspruch auf die vor der Rentenreform 2019 erworbene Sonderanrechnungszeit. Eine Berufung beim Obersten Bundesgericht bleibt weiterhin möglich.