Amnesty International hat den kenianischen National Police Service davor gewarnt, bei den für Dienstag, den 21. April, erwarteten Protesten exzessive Gewalt anzuwenden. Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund des öffentlichen Ärgers über die jüngsten Kraftstoffpreiserhöhungen, die von der Energy and Petroleum Regulatory Authority (EPRA) angekündigt wurden. Die Organisation forderte den Generalinspekteur Douglas Kanja auf, die Demonstranten zu schützen.
Amnesty International veröffentlichte am Montagabend eine Stellungnahme, in der die Polizeibeamten an das in Artikel 37 der Verfassung verankerte Recht jedes Einzelnen erinnert wurden, sich friedlich und unbewaffnet zu versammeln, zu demonstrieren, Kundgebungen abzuhalten und Petitionen zu überreichen.
"Die Polizei trägt die Hauptverantwortung dafür, dieses Recht kollektiv zu ermöglichen und zu schützen, nicht es zu unterdrücken. Der Zweck von Protestanmeldungen dient der Koordination der öffentlichen Sicherheit, nicht der Einholung einer Erlaubnis", erklärte Amnesty.
Die Gruppe verwies auf vergangene Proteste, bei denen sie exzessive Gewaltanwendung, willkürliche Verhaftungen, die Schikane von Journalisten und die Behinderung von medizinischem Personal dokumentiert hatte. Sie warnte, dass einzelne Beamte und Kommandeure mit persönlicher und strafrechtlicher Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen rechnen müssten.
Jüngste Gerichtsurteile betonten, dass Schusswaffen nur dann eingesetzt werden dürfen, wenn es zum Schutz von Menschenleben absolut unvermeidlich ist, und dass die Behandlung von Protesten als Schlachtfelder in einer konstitutionellen Demokratie unzulässig sei.
Die Proteste gehen auf die vor einer Woche erfolgte Ankündigung der EPRA zurück, die Kraftstoffpreise auf 206,97 KSh pro Liter für Benzin und 206,84 KSh für Diesel festzulegen. Diese wurden später auf 197,60 KSh bzw. 196,63 KSh gesenkt, nachdem Präsident William Ruto eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 8 Prozent angeordnet hatte. Viele Kenianer halten die Erhöhungen jedoch weiterhin für zu drastisch, was auf der Plattform X zu Online-Aufrufen für Straßenproteste führt.