Die italienische Unicredit hat ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank in Höhe von rund 35 Milliarden Euro angekündigt. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und die Bundesregierung lehnen es strikt ab und sehen keine Grundlage für Gespräche. Unicredit-Chef Andrea Orcel will damit Verhandlungen erzwingen.
Die Unicredit aus Mailand hat am Montag ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Deutschlands zweitgrößte Privatbank Commerzbank in Frankfurt angekündigt. Das Angebot sieht ein Tauschverhältnis von 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie vor und liegt knapp über dem Freitagsschlusskurs. Die Bewertung beläuft sich auf rund 35 Milliarden Euro. Unicredit hält derzeit knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile, nachdem sie im September 2024 mit neun Prozent eingestiegen war; vier Prozent entfallen auf Finanzinstrumente. Ziel ist es, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten. Unicredit-Chef Andrea Orcel rechnet nicht mit einer Übernahme der Kontrolle, möchte aber Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zwingen. „Unsere Botschaft an die Commerzbank heute ist: Es ist jetzt an der Zeit zu sprechen“, sagte Orcel. Die Commerzbank lehnt ab: Unicredits Kommunikation enthalte „keine weiteren Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer Wert stiftenden Transaktion“. „Das wäre die notwendige Grundlage für etwaige Gespräche“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Bundesregierung, mit gut zwölf Prozent zweitgrößter Aktionär nach Unicredit, unterstützt diese Haltung und lehnt einen Verkauf strikt ab. Ein Kommentar in der Handelsblatt fordert, das Patt nach anderthalb Jahren zu beenden, indem Unicredit einen detaillierten Plan vorlegt und die Regierung ihren Widerstand aufgibt.