Die Commerzbank befürchtet bei einer Übernahme durch Unicredit starke Kürzungen in ihrem globalen Netz. Nach Spitzengesprächen sehen Vorstandschefin Bettina Orlopp und Finanzchef Carsten Schmitt derzeit keine Basis für einen Zusammenschluss. Die Bank hält ihr Auslandsnetz für essenziell zur Betreuung des deutschen Mittelstands.
Frankfurt. Bei kürzlichen Spitzengesprächen mit Unicredit-Chef Andrea Orcel hat die Commerzbank-Führung den Eindruck gewonnen, dass die italienische Bank das weltweite Auslandsnetz des Frankfurter Instituts stark ausdünnen würde. Stattdessen würde Unicredit den Fokus auf europäische Märkte legen, in denen sie aktiv ist.
Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte in einem Interview mit Bloomberg TV am Dienstagabend in Washington: „Vorerst ist klar, dass unsere Meinungen stark auseinandergehen, beginnend mit der Bewertung der beiden Unternehmen und dem Umtauschverhältnis.“ Sie ergänzte: „Es gibt auch einige Meinungsverschiedenheiten über das potenzielle zukünftige Geschäftsmodell.“
Insider berichteten dem Handelsblatt von diesen Differenzen. Finanzchef Carsten Schmitt machte auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt am Mittwoch klar, dass das Auslandsnetz für die Begleitung des deutschen Mittelstands bei internationalen Geschäften unverzichtbar ist.
Beide Manager bekräftigten, dass aktuell keine Grundlage für einen Zusammenschluss besteht.