Stefan Dräger, Chef des Lübecker Medizintechnikunternehmens Drägerwerk, sieht im geplanten EU-Verbot von Ewigkeitschemikalien die größte Gefahr für sein Unternehmen. Gleichzeitig profitiert das Familienunternehmen von der Zeitenwende in der Verteidigungspolitik. Dräger lehnt Aufträge wie für das Kreml-Krankenhaus ab.
In Lübeck hat Stefan Dräger, Chef des fünften Generationen führenden Familienunternehmens Drägerwerk, in einem Interview über die aktuellen Herausforderungen gesprochen. Das Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen profitiert von der hohen Bedrohungslage und der Zeitenwende in der Verteidigungspolitik. Bis 2028 plant es, den Umsatz im Verteidigungsbereich auf 300 Millionen Euro zu verdreifachen.
Drägerwerk bearbeitet geheime Verschlusssachen für die Bundeswehr und bietet Schulungen sowie Zertifikate im Sicherheitsbereich an. Diese sind besonders seit dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz in Energieunternehmen und Krankenhäusern gefragt. Dennoch lehnt Firmenchef Dräger nicht jeden Auftrag ab: Einen für das Krankenhaus des Kremls hat er abgelehnt.
Das geplante EU-Verbot von Ewigkeitschemikalien sorgt Dräger für große Besorgnis. „Unser derzeit größtes Problem ist die EU“, sagte er. „Unsere Existenz steht dann auf dem Spiel. Das ist so, als würden Sie plötzlich Öl in jedweder Form verbieten. Vom Speiseöl im Salat bis zum Erdöl.“