Lower Houghton, einst ein exklusiver Vorort von Johannesburg, zeigt erste Anzeichen eines strukturellen Verfalls: Von 3.000 Häusern sind etwa 50 vernachlässigt. Anwohner und Beamte nennen abwesende Eigentümer, mangelhafte Dienstleistungen und verzögerte Planungen als Hauptfaktoren. Die Lower Houghton Residents Association übernimmt mittlerweile grundlegende kommunale Aufgaben, um einen weiteren Verfall zu verhindern.
Lower Houghton wurde 1904 als prestigeträchtiges Viertel für Bergbau-Magnaten gegründet. Später wurde es zur Heimat von Nelson Mandela, dessen vier dortige Immobilien heute ein gemischtes Bild abgeben. Einige sind in gutem Zustand, während andere, darunter das Haus in der 12th Avenue, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte, Anzeichen von Verwilderung und Vernachlässigung zeigen, die mit familienrechtlichen Problemen verbunden sind.
Amanda Fleming, Vorsitzende der Lower Houghton Residents Association, erklärte, dass eine Handvoll Anwohner nun private Gärtner und Müllabfuhr finanziert, um das Viertel zu schützen. Sie warnte, dass Einsprüche gegen dichte Bebauungspläne die Genehmigungsverfahren über Jahre hinweg blockieren, wodurch Immobilien weiter verfallen und Obdachlose anziehen können.
Die Stadträtin des Wahlbezirks 73, Eleanor Huggett, kritisierte die Stadt Johannesburg und die Johannesburg Property Company dafür, dass sie historische Stätten wie das Bleloch House verfallen lassen. Sie sagte, die neue räumliche Überprüfung für Stadtknotenpunkte fördere zwar die Verdichtung, es fehle jedoch an der Durchsetzung, was Lücken schaffe, in denen der Verfall einsetze. Die Anwohner beobachten zudem die Auswirkungen des geplanten Thabo Mbeki Presidential Centre auf die lokale Infrastruktur.