In 16 von 17 Städten in Nordrhein-Westfalen haben Bürger in Briefwahlen eine Bewerbung der Region KölnRheinRuhr für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 gebilligt. Rund 1,4 Millionen von mehr als vier Millionen Wahlberechtigten nahmen teil. Nur in Herten verfehlte das Quorum das Ziel.
Die Abstimmungen in den Städten Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal fanden ausschließlich per Briefwahl statt. In 16 Kommunen erreichte das Ja etwa zwei Drittel, wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) berichtete. «Ich bin begeistert von diesen Ergebnissen», sagte Wüst. Die Beteiligung lag bei rund einem Drittel und brach Rekorde als größte direktdemokratische Olympia-Abstimmung und größte Bürgerbefragung in NRW.
In Köln als «Leading City» lag das Ja bei knapp 57 Prozent nach Auszählung vieler Bezirke, mit der höchsten Beteiligung von rund 41 Prozent. Oberbürgermeister Thorsten Burmester (SPD) sah darin «einen Schub» und einen «großen Mehrheitstrend». Die Stadt plant ein temporäres Leichtathletikstadion und das Athletendorf. In Herten scheiterte das Quorum trotz über 70 Prozent Ja-Stimmen; Ausweichkonzepte sollen Mountainbike-Wettbewerbe sichern.
Kritiker des Bündnisses «NOlympia Köln» bemängelten eine emotionale Kampagne und hielten die veranschlagten Kosten von 4,8 Milliarden Euro für zu niedrig. Das NRW-Konzept setzt auf bestehende Anlagen für nachhaltige Spiele. Der DOSB wählt am 26. September den deutschen Bewerber; Konkurrenz kommt von München, Hamburg und Berlin.