Oberster Richter Flávio Dino vom Supreme Court ordnete die Aussetzung von Extravorteilen bekannt als penduricalhos in Brasiliens drei Staatsgewalten an, mit einer Überprüfungsfrist von 60 Tagen. Das Urteil zielt darauf ab, Supersaläre zu bekämpfen, die die Verfassungsgrenze von R$ 46.366,19 umgehen. Derweil genehmigte der Kongress Gehaltsanpassungen und neue Vergünstigungen für sein Personal, mit jährlichen Kosten von mindestens R$ 650 Millionen.
Am 5. Februar 2026 erließ der Richter des Supremo Tribunal Federal Flávio Dino ein monokratisches Urteil, das Extravorteile namens penduricalhos in Brasiliens Exekutive, Legislative und Judikative sowie in Bundesstaaten und Gemeinden aussetzt. Dazu gehören Zuwendungen für Fallanhäufungen, Reisekostenersatz, Kraftstoffhilfen, Bildungsunterstützung, Jahresendzulagen für Truthahn und Panettone, oft als entschädigend deklariert, um Einkommenssteuer und die verfassungsmäßige Gehaltsobergrenze von R$ 46.366,19 zu umgehen. Dino setzte eine 60-tägige Frist, damit Behörden Zahlungen ohne Bundes-, Landes- oder Gemeinderechtsgrundlage prüfen und einstellen. Das Urteil ging aus einer Klage des Verbands der kommunalen Staatsanwälte der südlich-zentralen Küstenregion von São Paulo hervor, die Gebühren und Entschädigungen über der Grenze anfocht. Er kritisierte das Fehlen eines nationalen Gesetzes zur Regelung solcher Vorteile und wies den Kongress an, ein Gesetz zu erarbeiten, das zulässige Ausnahmen definiert. „Diese Vorteile, die nicht ausdrücklich durch GESETZ —verabschiedet vom Nationalkongress oder Landesversammlungen oder Gemeinderäten— vorgesehen sind, müssen nach Ablauf der Frist sofort ausgesetzt werden“, hieß es in Dinos Entscheidung. Der volle Oberste Gerichtshof wird das Urteil am 25. Februar nach dem Karneval prüfen. In derselben Woche verabschiedete der Kongress Gesetzesvorlagen, die Gehälter für sein Personal erhöhen und neue penduricalhos für die Abgeordnetenkammer und den Senat einführen, mit geschätzten jährlichen Kosten von mindestens R$ 650 Millionen. Alison Souza, Präsidentin der Gewerkschaft Sindilegis, rechtfertigte dies mit den Worten: „Wir ahmen die Justiz und die Staatsanwaltschaft nach.“ Dieser Kongressschritt steht in scharfem Kontrast zu Dinos Bemühung und unterstreicht Konflikte zwischen Verwaltungsethik und Interessen des öffentlichen Sektors.