Der Dax-Konzern MTU Aero Engines steigt mit der Übernahme des Kölner Jungunternehmens Aerodesignworks in den Markt für Drohnen-Antriebe ein. Das Unternehmen aus dem DLR-Ausgründung 2011 entwickelt kleine Turbojetantriebe für den Verteidigungssektor. Konzernchef Johannes Bussmann erläutert dem Handelsblatt die strategischen Pläne.
MTU Aero Engines hat am Mittwochnachmittag die Übernahme des Kölner Jungunternehmens Aerodesignworks bekanntgegeben. Der Triebwerksspezialist aus dem Dax-Index expandiert damit in den Markt für Antriebe unbemannter Fluggeräte im Verteidigungsbereich.
Aerodesignworks wurde 2011 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgegründet. Das Unternehmen hat kleine Turbojetantriebe entwickelt und beliefert bereits erste Kunden im Verteidigungssektor. In Branchenkreisen gilt es als potenzieller Lieferant für den Taurus Neo, den neuen Marschflugkörper der Bundeswehr.
„MTU hat viel Erfahrung bei den großen Antrieben. Gleichzeitig gibt es eine große Dynamik bei unbemannten Fluggeräten. Dort sind die Anforderungen aber ganz andere, etwa was Reichweite und Stückzahlen angeht“, sagte Johannes Bussmann, Chef von MTU Aero Engines, dem Handelsblatt. „Wir haben uns dazu entschlossen, die Lücke bei diesen Antrieben zu schließen.“
Bussmann plant, Aerodesignworks als Kern für einen neuen Geschäftsbereich zu nutzen. „Wir schaffen mit Aerodesignworks einen Nukleus“, erklärte der Manager. Die Produktion bleibt in Köln, wo MTU mit seinen Produktionsfähigkeiten unterstützt. Marktforschungsinstitute schätzen, dass der europäische Drohnenmarkt von 2024 bis 2029 von 7,3 auf elf Milliarden US-Dollar wächst.