Die chilenische Vereinigung der Gemeinden (ACHM) warf Finanzminister Jorge Quiroz am Montag mangelnde Dialogbereitschaft beim Reformprojekt zur Grundsteuer vor und forderte, das Verfahren so lange auszusetzen, bis garantiert werden könne, dass es zu keinen Einbußen bei den kommunalen Einnahmen kommt.
Die von dem Bürgermeister von Zapallar, Gustavo Alessandri, geleitete ACHM veröffentlichte nach einer Vorstandssitzung eine Erklärung, in der sie ihre Besorgnis über die mögliche Abschaffung der Grundsteuerzahlungen für Senioren sowie über weitere Auswirkungen der von der Regierung vorangetriebenen Megareform äußerte. Die Bürgermeister betonten, dass Einigkeit darüber bestehe, dass ohne die Sicherung der kommunalen Ressourcen keine Fortschritte erzielt werden dürften. „Es herrscht völlige Einigkeit über einen grundlegenden Punkt: Es ist nicht möglich, einen Vorschlag dieser Art voranzutreiben, wenn nicht ausdrücklich garantiert wird, dass es zu keiner Verringerung der kommunalen Einnahmen kommt“, erklärten sie. Auch regierungsnahe Bürgermeister wie Catalina San Martín aus Las Condes und Felipe Alessandri aus Lo Barnechea stellten Aussagen des Unterstaatssekretärs für regionale Entwicklung, Sebastián Figueroa, infrage. Dieser hatte eingeräumt, dass ein direkter Ausgleich für die am stärksten betroffenen Gemeinden nicht vorgesehen sei – eine Maßnahme, durch die nach der Kompensation des gemeinsamen Kommunalfonds etwa 70 Millionen US-Dollar an Einnahmen wegfallen würden. Der Verband forderte die Exekutive und den Kongress auf, formelle Dialogmöglichkeiten zu schaffen, bevor die Initiative weiter vorangetrieben wird, und kündigte an, das Thema beim nationalen Gemeindetreffen zu behandeln, das vom 2. bis 5. Juni in La Serena stattfindet.