Die Partido de la Gente gab am Mittwoch bekannt, dass ihre Vereinbarung mit der Regierung zur Unterstützung des Megareform-Gesetzentwurfs gescheitert ist. Sie wirft der Regierung vor, Vorteile für die Mittelschicht, wie etwa Mehrwertsteuerrückerstattungen auf Medikamente und Windeln, nicht in das Paket aufgenommen zu haben. Die Entscheidung markiert nach wochenlangen Gesprächen und internen parteiinternen Spannungen eine deutliche Kehrtwende.
Der Fraktionsvorsitzende der PDG, Juan Marcelo Valenzuela, und der Abgeordnete Fabián Ossandón erklärten, dass der von der Regierung vorgelegte Gesetzentwurf nicht den getroffenen Abmachungen entspreche und lediglich einen vierteljährlichen Bonus vorsehe, der Haushalte mit zwei Mindestlöhnen ausschließe. „Die Regierung hat ihr Wort nicht gehalten“, so Ossandón.
Der Schritt erfolgt nach einem Bericht des Autonomen Fiskalrates (CFA), der neun fiskalische Risiken in der Initiative aufzeigte, darunter ein höheres Defizit im Zeitraum von 2027 bis 2034. Die Ökonomen Mario Marcel und Andrea Repetto kritisierten die Beschäftigungssteuergutschrift aufgrund ihrer hohen Kosten und begrenzten Wirkung.
Finanzminister Jorge Quiroz begrüßte die Anmerkungen des CFA, kündigte jedoch an, dass ein Team von Dipres am Donnerstag im Finanzausschuss auf jeden Punkt eingehen werde. Die Regierung bekräftigte, sie werde die Gespräche mit allen politischen Kräften fortsetzen, um die erforderlichen Mehrheiten zu sichern. Anfang des Monats hatten sich PDG-Führungskräfte mit Ministern getroffen, um Verbesserungen am Gesetzentwurf auszuhandeln, doch diese Gespräche führten letztlich nicht zu den von der Partei geforderten Zugeständnissen.