Die Rahmedetalbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid ist nach mehr als vier Jahren Vollsperrung wieder für den Verkehr freigegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht darin ein positives Signal für die gesamte deutsche Infrastruktur. Die Brücke symbolisiert die Herausforderungen bei der Sanierung maroder Bauten.
Die Rahmedetalbrücke bei Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen ist ein Meilenstein für die Verkehrsplanung in Deutschland. Ende 2021 wurde die marode Konstruktion wegen Schäden notgesperrt, und im Mai 2023 erfolgte ihre Sprengung. Die A45 dient als wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hessen, und die Sperrung verursachte erhebliche Staus, Umleitungen und wirtschaftliche Einbußen. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt den Schaden für regionale Unternehmen auf rund 1,5 Milliarden Euro.
Bei der Eröffnung waren Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder anwesend. Merz betonte die Effizienz des Projekts: „Deutschland kann Infrastruktur, Deutschland kann solche Projekte sehr schnell umsetzen. Und dieses Tempo, das sich hier gezeigt hat, das wollen wir in Zukunft in ganz Deutschland anwenden, das wollen wir überall haben.“ Die neue Brücke kostete 170 Millionen Euro, und zunächst ist nur eine der beiden Hälften freigegeben. Die zweite soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden.
Die Brücke steht exemplarisch für die defekte Infrastruktur im Land. Merz wies auf die Notwendigkeit hin, rund 4.000 Autobahnbrücken zu sanieren, und verwies auf ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro. „Vor uns liegt also eine Mammutaufgabe“, sagte er. Dieses Projekt demonstriert, wie schnelle Umsetzung möglich ist, und könnte als Vorbild für weitere Initiativen dienen.