Die Bundesnetzagentur hat die Deutsche Bahn für ihre unzureichende Kommunikation bei Baustellen getadelt. Präsident Klaus Müller wirft der Bahn ein miserables Management vor, das zu Chaos führt. Über die Weihnachtstage waren die Züge jedoch pünktlicher als üblich.
Die Bundesnetzagentur hat die Deutsche Bahn scharf für ihre mangelhafte Information über Baustellen an Schienennetzen kritisiert. Präsident Klaus Müller betonte in einem Interview mit der Rheinischen Post, dass er die Herausforderungen der Modernisierung des Netzes verstehe, jedoch der Personen- und Güterverkehr weiterlaufen müsse. Er warf der Bahn ein 'miserables Baustellen-Management' vor, insbesondere bei kurzfristigen Maßnahmen.
Im Sommer teilte die Deutsche Bahn nur 62 Prozent der Baustellen rechtzeitig an Wettbewerber mit, im Spätherbst sanken diese Zahlen auf 55 Prozent. Die Behörde verhängte bereits Zwangsgelder in Höhe von 2,8 Millionen Euro gegen die Bahnnetztochter InfraGO wegen verspäteter Ankündigungen. Trotzdem habe sich nichts geändert, weshalb nun auf Strafzahlungen gesetzt werde, so Müller.
Die Deutsche Bahn sei verpflichtet, betroffene Verkehrsunternehmen zu entschädigen. Bei extrem verspäteten Mitteilungen könne die Baumaßnahme sogar abgesagt werden – gegen diese Regelung klagt die Bahn derzeit.
Positiv fällt die Pünktlichkeit über die Feiertage aus: Am 24. und 25. Dezember lag die Quote im Fernverkehr bei über 75 Prozent, im Vergleich zu 55 Prozent im November. Ein Bahnsprecher bestätigte dies gegenüber der Bild-Zeitung. Im November hatte die Bahn angekündigt, Baustellenarbeiten an den Feiertagen einzuschränken, um die erwarteten Fahrgastzahlen zu bewältigen. Bahn-Chefin Evelyn Palla rechnet für das laufende Jahr mit unter 60 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr.