Der heftige Winterausbruch mit starken Schneefällen und Minusgraden hat viele in Deutschland überrascht. Bio- und Umweltmeteorologe Andreas Matzarakis erklärt, dass solche Extreme trotz Klimawandel weiterhin vorkommen können. Er betont die Instabilität des Klimas durch kalte Polarluft und wärmeren Atlantik.
Der aktuelle Winterausbruch in Deutschland mit starken Schneefällen und extremen Minusgraden wirft Fragen zum Klimawandel auf. Andreas Matzarakis, Bio- und Umweltmeteorologe, erklärt in einem Interview, dass solche Phänomene trotz Erderwärmung möglich sind.
Matzarakis erinnert an vergangene Extreme: In Freiburg habe er Temperaturen bis minus 15 Grad Celsius erlebt, und im Winter 1984 in München sogar minus 25 bis minus 27 Grad Celsius – bedingt durch den Ausbruch des Vulkans El Chichón in Mexiko. "Extreme Kälteausbrüche im Winter hat es immer schon gegeben und es wird sie auch weiterhin geben", sagt er. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen.
Zwar werden Winter tendenziell milder, doch Schwankungen sind zu erwarten. Der menschengemachte Klimawandel führt zu Instabilität: Kalte Luftmassen polaren Ursprungs strömen nach Europa, während der Atlantik wärmer ist und mehr Wasserdampf bildet. Diese Kombination begünstigt Schneefälle. "Solche Ereignisse mit extremem Schneefall werden insgesamt seltener, aber es wird sie weiterhin geben", betont Matzarakis. In diesem Jahr kamen die Schneefälle später als früher, als sie bereits im November fielen – womit sich die Ski-Industrie eingerichtet hatte.
Persönlich mag der griechische Meteorologe, der in den Bergen aufwuchs, Schnee nicht: "Ich habe ihn in meiner Kindheit gehasst, weil ich dann nicht zur Schule gehen konnte." Dennoch sieht er Vorteile für die Natur: Schnee sorgt für Wasserversorgung und isoliert Pflanzen vor Erfrieren. "Als Umweltmeteorologe muss ich daher sagen, dass Schnee eigentlich etwas Gutes ist."
Während Wintersportler und Weihnachts-Fans Schnee begrüßen, verursacht er Chaos auf den Straßen.