Die Serviettenkurve, formell als Laffer-Kurve bekannt, bietet eine einfache Illustration, dass niedrigere Steuern durch Wachstum die Staatseinnahmen steigern können. In der Realität dient sie eher als politisches Werkzeug als als präziser Politikleitfaden. Empirische Belege zeigen, dass in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften Steuersenkungen selten die verlorenen Einnahmen vollständig ausgleichen.
Die Laffer-Kurve, umgangssprachlich Serviettenkurve genannt, erlangte in den 1970er Jahren im Kontext von Stagflation und öffentlichem Misstrauen gegenüber der Regierung Bekanntheit. Sie postuliert, dass bei einem Steuersatz von 0 Prozent die Regierungen keine Einnahmen erzielen, während bei 100 Prozent die Anreize zum Arbeiten oder Investieren verschwinden und ebenfalls null Einnahmen entstehen. Ein optimaler Satz dazwischen soll die Einnahmen maximieren.ننIn der Praxis erhöhen Steuersenkungen Einnahmen nur, wenn die Sätze diesen Gipfel überschreiten; darunter schrumpfen sie die Einnahmen und vergrößern Defizite. Studien deuten darauf hin, dass in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften heute die Sätze unter diesem Schwellenwert liegen. Somit fördern Senkungen zwar bescheidenes, ungleichmäßiges Wachstum, decken aber selten ihre Kosten ab, wobei die Effekte oft von Einnahmeverlusten überschattet werden.ننPolitisch erweist sich die Kurve als nützlich, da Befürworter von Steuersenkungen sie in allen Kontexten anführen und annehmen, die Sätze seien zu hoch, ohne Beweis. Wirtschaftliches Verhalten hängt nicht nur von Steuern ab, sondern auch von Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Rechtsstabilität und sozialem Vertrauen. Die Kurve umgeht moralische und Verteilungfragen und behandelt Besteuerung als reines Effizienzrätsel statt als Wahl hinsichtlich Fairness und öffentlicher Güter.ننLetztlich wirkt sie psychologisch ansprechend, indem sie suggeriert, es gäbe keine harten Abstriche — Steuern senken, Wirtschaft wachsen lassen, Haushalte ausgleichen. Doch Politik erfordert Realismus: Anreize zählen, aber systemisches Denken, das Steuern mit Ausgaben, Regulierungen und Investitionen bewertet, liefert bessere Ergebnisse. Die Kurve eignet sich für eine Servietten-Skizze, nicht für umfassende Regierungsführung.