Der Richter am Obersten Gerichtshof (STF) Cristiano Zanin hat einen ehemaligen Medizinstudenten der Unifran zur Zahlung von kollektivem immateriellem Schadensersatz aufgrund eines sexuellen Aufnahmerituals gegen Erstsemesterinnen im Jahr 2019 verurteilt. Das am 30. März 2026 ergangene Urteil legt die Entschädigung auf 40 Mindestlöhne fest, die an den staatlichen Fonds zur Verteidigung diffuser Interessen zu zahlen sind. Zanin hob frühere Entscheidungen des STJ und des TJSP auf und stufte die Tat als psychologische Gewalt ein.
Richter Cristiano Zanin vom STF entschied, dass Matheus Gabriel Braia, ein ehemaliger Medizinstudent an der Unifran im Landesinneren von São Paulo, kollektiven immateriellen Schadensersatz für einen Vorfall bei einem Aufnahmeritual im Jahr 2019 leisten muss. Die Erstsemesterinnen wurden gezwungen, Sätze zu rezitieren wie „Ich schwöre feierlich, den Versuch eines Veteranen zum Beischlaf niemals abzulehnen“ und „ab heute bin ich Single und stehe meinen Senioren zur Verfügung“.
Die Entscheidung vom 30. März hob frühere Urteile auf: Richterin Adriana Gatto Martins Bonemer hatte den Fall in erster Instanz mit der Begründung abgewiesen, dass der Schaden nur eine begrenzte Gruppe betreffe, und kritisierte dabei den Feminismus; der TJSP und der STJ bestätigten dies, obwohl sie die Tat als „machistisch“, „diskriminierend“ und „moralisch verwerflich“ einstuften.
Zanin verwies auf die weite Verbreitung des Falls in den sozialen Medien und in der Presse, was einen kollektiven Schaden begründe. Er bezeichnete das Aufnahmeritual als psychologische Gewalt, die Geschlechterungleichheiten verstärke und nicht als „Scherz“ abgetan werden dürfe. Der Richter erklärte, der STF sei dazu aufgerufen worden, das „Offensichtliche zu entscheiden“, um die Würde der Frau gemäß der Verfassung zu schützen.
Die Unifran hatte sich seinerzeit gegen das Aufnahmeritual ausgesprochen. Die Entschädigungssumme fließt an den staatlichen Fonds zur Verteidigung diffuser Interessen und gibt damit der Berufung der Staatsanwaltschaft von São Paulo statt.