Gaijin Entertainment hat die Anschuldigungen von Hackern entschieden zurückgewiesen, das Unternehmen habe über seine Anti-Cheat-Software Nutzerdaten gestohlen und geheime oder exportbeschränkte Dokumente bei der Entwicklung von War Thunder verwendet. Die Vorwürfe kamen inmitten wachsender Unzufriedenheit innerhalb der Community über Bugs, mangelnde Kommunikation und Monetarisierung auf. Der Entwickler betont, dass alle Verfahren den geltenden Gesetzen und Datenschutzbestimmungen entsprechen.
Hacker aus der War Thunder-Community haben Gaijin Entertainment schwerwiegenden Fehlverhaltens beschuldigt. In einem auf Reddit geteilten Discord-Beitrag behauptete ein Leaker, dass das Studio intern exportbeschränkte und geheime Dokumente verwende, um Fahrzeugmodelle akkurat zu aktualisieren. Der Verfasser behauptete, Screenshots von Entwicklern zu besitzen, die über zwei spezifische exportbeschränkte Dokumente diskutieren, und deutete weitere schwerwiegende Fälle an, wobei er die Informationen als Vergeltung für angebliche Korruption und Probleme mit dem Anti-Cheat-System teilte. Diese Behauptungen tauchten um den 30. April auf, nachdem es zuvor Beschwerden darüber gegeben hatte, dass das Anti-Cheat-Programm Viking AC Screenshots und persönliche Dateien von den Systemen der Spieler sammle. Gaijin deaktivierte laut dem Leaker nach der Kritik klammheimlich einige Funktionen. Der Community-Manager Stona_WT reagierte letzten Monat und erklärte, dass die Datenverarbeitung auf das für ein faires Spiel notwendige Maß beschränkt sei und mit der DSGVO sowie den rechtlichen Anforderungen übereinstimme. „Wir nehmen die Privatsphäre der Nutzer ernst und bemühen uns sicherzustellen, dass unsere Datenverarbeitungspraktiken mit den etablierten Datenschutzprinzipien im Einklang stehen“, so Stona. Gaijin bekräftigte gegenüber Kotaku, dass die Anti-Cheat-Software von Drittanbietern nur auf Systeminformationen zugreife, um Betrug zu verhindern, ohne dabei willkürliche Überwachung oder unbefugten Dateizugriff auszuüben. „Wir können und werden keine geheimen oder eingeschränkten Materialien verwenden“, erklärte das Unternehmen bezüglich der Dokumentenvorwürfe und bezeichnete die Screenshots als Missverständnis von Entwicklern, die darüber klagten, solche Dateien nicht verwenden zu können. Zu den allgemeineren Problemen merkte Gaijin den Umfang von War Thunder als Live-Service-Spiel mit fünf großen jährlichen Updates an und erklärte damit Verzögerungen bei der Reaktion auf widersprüchliches Spielerfeedback zu Fahrzeugen und Modi. Das Studio hob jüngste Verbesserungen in der direkten Kommunikation durch Beiträge wie das „Development-Community Update No.10“ hervor. Die Reaktionen der Community sind gemischt, wobei angesichts der anhaltenden Unruhen über Bugs und wahrgenommene Voreingenommenheit zu Review-Bombs auf Steam aufgerufen wird. Die jüngsten Bewertungen liegen bei „Ausgeglichen“ (66 % positiv), was einen Rückgang gegenüber der allgemeinen Bewertung „Sehr positiv“ darstellt.