Guenther Steiner hat seinen Weggang von Red Bull Racing als glückliche Wendung beschrieben, die den Weg für seine erfolgreiche Karriere in den USA ebnete. Der ehemalige Haas-Formel-1-Teamchef schreibt dem Wechsel zu, dass er ein blühendes Unternehmen gründen und später ein F1-Team leiten konnte. In einem kürzlichen Interview reflektierte er, wie der Ausstieg entscheidende Chancen eröffnete.
Guenther Steiners Zeit bei Red Bull Racing begann 2005, als er zusammen mit Christian Horner als technischer Betriebsdirektor beim Team in Milton Keynes tätig war. Der Einstieg von Adrian Newey führte jedoch zu einer überfüllten technischen Abteilung, was Steiners Abschied nach sich zog. Im April 2006 zog er nach North Carolina um, um technischer Direktor beim NASCAR-Team von Red Bull zu werden, eine Rolle, die er bis April 2008 innehatte. Auf den Wechsel zurückblickend, sagte Steiner zu FanAmp: „Für mich hat es perfekt geklappt. Ich meine, es wurde überfüllt, und im Rückblick war das mein Glücksmoment, als ich ging, weil es die Tür in die USA öffnete.“ Er hatte schon lange den Wunsch gehabt, in den USA zu leben, stieß aber auf Hürden wie die Beschaffung einer Arbeitserlaubnis. Der Umzug, so sagte er, bot diesen entscheidenden Einstieg, und fügte hinzu: „Sobald ich hier war, konnte man mich nicht mehr loswerden.“ Nach seinem Ausstieg aus dem NASCAR-Team gründete Steiner im Januar 2009 Fibreworks Composites und baute es zu einem erfolgreichen Fertigungsunternehmen aus, das heute 300 Mitarbeiter beschäftigt. „Zuerst habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet“, erklärte er. „Jetzt haben wir 300 Mitarbeiter, das ist ein ziemlich erfolgreiches Unternehmen.“ Dieser Stützpunkt in den USA erwies sich als entscheidend für seine F1-Ambitionen. Steiner wurde 2014 Teamchef von Haas F1, eine Position, die er bis 2023 innehatte, als Ayao Komatsu ihn ablöste. Er glaubt, dass der Start von Haas ohne vorherige Etablierung in den USA unmöglich gewesen wäre, da europäische Bemühungen möglicherweise keine Investoren angezogen hätten. Das Erlernen der amerikanischen Geschäftskultur war entscheidend, betonte er: „Wenn ich europäische Kultur mit einem amerikanischen Geschäftsmann spreche, macht er kein Geschäft mit mir.“ Abschließend stellte Steiner fest: „Für mich war es das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte, zu gehen, Red Bull zu verlassen.“ Sein Werdegang zeigt, wie persönliche Karrierewechsel zu unerwarteten Erfolgen im Motorsport führen können.