Mattia Binotto hat erläutert, warum Audi Jonathan Wheatley als Teamchef für seinen Formel-1-Einstieg gewählt hat, und betonte dessen Titel-erfahrung bei Red Bull. Die Ernennung, wirksam ab April, unterstützt Audis Übernahme des Sauber-Teams vor dem Debüt 2026 als Werksteam. Binotto vergleicht die Herausforderung mit dem Eintritt in die Champions League und betont die Notwendigkeit einer Gewinnermentalität.
Das Formel-1-Projekt von Audi unter Leitung von Mattia Binotto gewinnt an Fahrt durch die Integration wichtiger Mitarbeiter aus etablierten Teams. Binotto, der von 2019 bis 2022 Teamchef bei Ferrari war, sprach in einem exklusiven Interview mit RacingNews365 über die strategische Einstellung von Jonathan Wheatley.
Wheatley, ein britischer Motorsport-Veteran mit fast zwei Jahrzehnten bei Red Bull, wechselte im April zu Audi nach einer Gartencheck-Phase. Er begann als Mechaniker und stieg zum Teammanager auf, bevor er 2018 Sportdirektor wurde. In dieser Rolle trug er zu den zwei jüngsten Konstrukteurs-Titeln von Red Bull bei.
Der deutsche Autohersteller hatte das in Hinwil ansässige Sauber-Team vor Jahren übernommen und durchlief eine Übergangsphase unter der Stake-Marke. Die anfängliche Führung umfasste Andreas Seidl und Alessandro Alunni Bravi, doch Seidl wurde entlassen und durch Binotto ersetzt, während Bravi Anfang 2024 ging und den Weg für Wheatley ebnete.
Audi plant, 2026 nicht nur als Chassis-Team, sondern erstmals auch als Motorenlieferant ins Rennen zu gehen. Binotto verglich diesen ambitionierten Übergang mit dem Eintritt eines Vereins in die Elite-Champions-League des europäischen Fußballs. „Audi suchte das Beste, was möglich war“, sagte er. „Und ich denke, mit Jonathan haben sie gefunden, was das Beste sein könnte. Ja, je breiter die Erfahrung, desto besser für ein Team, besonders für unser Team, das sich entwickeln und die Champions League gewinnen muss. Man braucht zuerst eine Gewinnermentalität. Man muss wissen, worum es beim Gewinn der Champions League geht. Und wenn man sich ansieht, wie viele Titel Jonathan mitgestaltet hat, weiß er definitiv Bescheid.“
Binotto verwies auf den Weg von Red Bull: Nach dem Kauf des Jaguar-Teams 2005 holte es 2010 den ersten Konstrukteurs-Titel. Audi zielt auf ähnlichen Erfolg ab und will bis 2030 um Titel kämpfen. Während Binotto und Wheatley die Verantwortlichkeiten teilen, arbeiten sie eng zusammen, um Erfahrungen und Kulturen zu verbinden. „Ich freue mich, denn letztlich kann ich meine eigene Erfahrung einbringen“, fügte Binotto hinzu. „Es gibt eine andere Kultur. Jonathan hat auch seine eigene. Ich glaube, die Mischung aus allem macht es – irgendwie hoffe ich – positiv für die Zukunft.“