Eine ex-ante-Evaluierung des Zentrums für Evidenz in der integralen Bildung von Insper, diese Woche veröffentlicht, schätzt, dass das bundesweite Pé-de-Meia-Programm die Abbruchquoten an weiterführenden Schulen senken könnte, aber die Bildungsherausforderungen benachteiligter Jugendlicher allein nicht bewältigen kann. Die auf Daten aus dem Jahr 2019 basierende Studie empfiehlt Anpassungen staatlicher Programme zur Ergänzung des Stipendiums, wie individuelle Unterstützung. Das Buch mit den detaillierten Ergebnissen ist kostenlos auf der Website von Insper verfügbar.
Das Pé-de-Meia-Programm, 2024 vom Bund ins Leben gerufen, vergibt Stipendien an benachteiligte Schüler öffentlicher weiterführender Schulen mit dem Ziel, den Schulabbruch auszurotten. Laut zitierten Daten brechen 23,4 % der Jugendlichen in Brasilien die weiterführende Schule ab. Die Initiative umfasst 10 monatliche Raten à 200 R$, abhebbar bei 80 % Anwesenheit, sowie drei Einmalzahlungen à 1.000 R$ am Ende jedes abgeschlossenen Schuljahrs, insgesamt bis zu 9.200 R$ pro Schüler unter der Bedingung der Beförderung und Teilnahme an der Enem-Prüfung. Die Evaluierung von Insper, erstellt auf Basis von PNADc- und Inep-Daten aus 2019, untersuchte das potenzielle Impact des Programms. Die Ergebnisse zeigen, dass Pé-de-Meia, in Übereinstimmung mit internationalen Erkenntnissen aus rund 90 ähnlichen Programmen, jeden vierten gefährdeten Jugendlichen vom Abbruch abhalten und ihm so den Abschluss der weiterführenden Schule ermöglichen könnte. Die Studie betont jedoch, dass das Programm allein die Unterbrechungen der Bildungswege in der weiterführenden Schule nicht löst. Hinsichtlich der Staatsprogramme, die seit 2007 in 13 Initiativen existieren, zeigt die Analyse relevante lokale Effekte, jedoch fehlt die Komplementarität zum Bundesprogramm. Der Bezug beider Leistungen erzielt denselben Effekt wie Pé-de-Meia allein. Zu den Empfehlungen gehören Anpassungen der Staatsprogramme wie Stipendien für das Hochschulstudium oder personalisierte Betreuung, inspiriert vom kanadischen Modell Pathways to Education, das Stipendien mit individuellen Entwicklungsplänen und Nachhilfe verbindet. Kolumnistin Laura Machado merkt an, dass die Staaten die fehlende individuelle Unterstützung des Bundesprogramms bieten könnten und dadurch die Bildungsqualität für die Vulnerabelsten verbessern würden. .