Italien trifft am Donnerstag in Bergamo im Play-off-Halbfinale der Weltmeisterschaft auf Nordirland. Der Sieger spielt gegen Wales oder Bosnien um einen Platz für die Endrunde 2026. Der viermalige Weltmeister will unbedingt verhindern, zum dritten Mal in Folge ein Turnier zu verpassen, während Nordirland die erste WM-Teilnahme seit 1986 anstrebt. Trainer und Spieler beider Seiten äußerten sich angesichts der hohen Bedeutung entschlossen.
Das Spiel in der New Balance Arena wird um 19:45 Uhr britischer Zeit angepfiffen und auf BBC Two und BBC NI übertragen sowie per Stream auf BBC iPlayer verfügbar sein. Italien, das sich zuletzt 2014 qualifizierte und die letzten beiden Ausgaben verpasste, steht unter enormem Druck. Trainer Gennaro Gattuso, der 2006 als Spieler Weltmeister wurde und das Team im vergangenen Juni nach einer wackeligen Qualifikationsphase übernahm, bezeichnete es als das wichtigste Spiel seiner Karriere. „Bring uns zur Weltmeisterschaft“, hört er nachts in seinen Gedanken und ermahnt sein Team, Michael O’Neills kampfstarke Mannschaft trotz der überlegenen fußballerischen Qualität nicht zu unterschätzen. Gattuso hob den direkten Spielstil Nordirlands hervor und warnte vor langen Bällen in den Strafraum und intensiven Zweikämpfen um zweite Bälle, besonders da die Gäste ohne die Premier-League-Spieler Conor Bradley und Dan Ballard auskommen müssen. Der nordirische Kapitän Trai Hume zog Parallelen zu seinem lebensverändernden 2:1-Sieg im Play-off-Finale mit Sunderland gegen Sheffield United im Wembley-Stadion letztes Jahr und sagte, die Erfahrung mit Druck und Emotionen werde seinem jungen, aber erfahrenen Team helfen, ruhig zu bleiben. Der italienische Verteidiger Riccardo Calafiori erkannte den Druck an, sah ihn jedoch als Chance und betonte die Konzentration auf Standardsituationen, bei denen Nordirland eine Gefahr darstellt. In Sachen Personal beobachtet Italien die Hüftprobleme von Sandro Tonali und die Fitness von Alessandro Bastoni; Giovanni Di Lorenzo fällt aus. Nordirland begrüßt George Saville nach dessen Sperre zurück, muss aber auf Dan Ballard, Bradley und Jamal Lewis verzichten. O’Neill erklärte gegenüber BBC NI, dass eine Qualifikation das Team in die Geschichte eingehen lassen würde, und betonte den Glauben: „Wir müssen daran glauben, denn wenn wir es nicht tun, wird es niemand anderes tun.“ Die Statistiken unterstreichen die Herausforderung für den Außenseiter: Nordirland hat alle sieben bisherigen Gastspiele in Italien bei einem Torverhältnis von 2:16 verloren und sie seit 1958 nicht mehr geschlagen.