Der EFF-Vorsitzende Julius Malema wurde vor dem KuGompo-Magistratsgericht zu einer fünfjährigen unbedingten Haftstrafe verurteilt, weil er während der Feierlichkeiten zum fünften Geburtstag der EFF im Jahr 2018 in Mdantsane, Ostkap, unerlaubt eine Schusswaffe besessen hatte. Weitere Strafen für damit zusammenhängende Anklagepunkte laufen zeitgleich. Das Gericht ließ Berufung gegen das Strafmaß zu, lehnte dies jedoch für den Schuldspruch ab, wodurch Malema bis zur Berufungsverhandlung auf freiem Fuß bleiben kann.
Julius Malema gab am 28. April 2018 während der Feier zum fünften Geburtstag der Economic Freedom Fighters (EFF) im Sisa-Dukashe-Stadion in Mdantsane mehrere Schüsse mit einem Sturmgewehr ab, das ihm sein Leibwächter Adriaan Snyman gereicht hatte. AfriForum hatte Anzeige erstattet. Snyman wurde freigesprochen.
Die Richterin Twanet Olivier verhängte fünf Jahre Haft wegen unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe ohne Lizenz, zwei Jahre wegen Munitionsbesitzes sowie jeweils sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe von 20.000 Rand wegen unerlaubter Schussabgabe in einem bebauten Gebiet, mangelnder Vorsichtsmaßnahmen und rücksichtsloser Gefährdung. 'Eine Schusswaffe in einem öffentlichen Bereich abzufeuern und dies als Freudenschuss zu bezeichnen, bleibt ein Verbrechen, ungeachtet der Gründe', so Olivier.
Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. Jacques Broodryk von AfriForum begrüßte das Urteil als 'Sieg für jeden normalen Südafrikaner' und betonte, dass Politiker nicht über dem Gesetz stünden. Der Schusswaffenexperte Martin Hood bezeichnete die Verurteilung als politisch motiviert und unverhältnismäßig, wobei er sich auf Abschnitt 22 des Waffenkontrollgesetzes bezog, der die Nutzung unter Aufsicht erlaube. Malema beschuldigte Olivier des Rassismus sowie möglicher Verbindungen zu AfriForum und sagte: 'Das ist nicht das Gesetz, das war Rassismus.'
Malemas Anwalt Laurance Hodes plant, innerhalb von drei Wochen die Zulassung zur Berufung gegen den Schuldspruch zu beantragen. Die stellvertretende EFF-Sekretärin Leigh-Ann Mathys zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich einer höheren Instanz. Al Jama-ah unterstützte sein Recht auf Berufung, während der Premierminister des Ostkaps, Oscar Mabuyane, plant, Malema wegen separater Äußerungen zu seinem Universitätsabschluss zu verklagen. Der Sprecher der Nationalen Strafverfolgungsbehörde (NPA), Luxolo Tyali, begrüßte die abschreckende Wirkung des Urteils.