Dem Stadtrat von Johannesburg vorgelegte Aufsichtsberichte haben massive finanzielle Notlagen und betriebliche Versäumnisse bei den Verkehrsbetrieben der Stadt aufgedeckt, darunter unbezahlte Rechnungen an Lieferanten, ungenutzte Infrastruktur und eine reduzierte Flottenverfügbarkeit.
Die Johannesburg Roads Agency bezahlt lediglich 30 Prozent ihrer Lieferanten innerhalb der vorgeschriebenen 30 Tage, was zu Projektverzögerungen und der Aussetzung von Auftragnehmern führt. Metrobus betreibt derzeit nur 40 Prozent seiner Flotte, verzeichnet ein Betriebsdefizit von 65,9 Millionen Rand und einen Rückgang der Passagierzahlen um 36 Prozent. Zwölf zwischen 2017 und 2022 fertiggestellte Rea-Vaya-Stationen bleiben ungenutzt, darunter eine, die bereits im Oktober 2017 fertiggestellt wurde. Der Rechnungshof stellte bei der Straßenbaubehörde unregelmäßige Ausgaben in Höhe von 101,1 Millionen Rand und bei Metrobus in Höhe von 108,5 Millionen Rand fest, begleitet von wiederholten Verstößen gegen das Gesetz zur Verwaltung kommunaler Finanzen (Municipal Finance Management Act). Der für das Transportwesen zuständige Stadtrat Kenny Kunene erklärte letzten Monat, die Metrobus-Flotte sei praktisch lahmgelegt. Der DA-Stadtrat Sean Kreusch teilte dem Rat mit, die Bürger hätten genug von unerfüllten Plänen, und wies darauf hin, dass Rea Vaya weiterhin jährlich fast 900 Millionen Rand erhalte, während die Leistung sinke. Die Stadt verlor aufgrund anhaltender Verzögerungen und schwacher Fahrgastzahlen 313 Millionen Rand aus dem Förderprogramm für öffentliche Verkehrsnetze. Der Transportausschuss hat die Angelegenheit zur weiteren Untersuchung an den kommunalen Rechnungsprüfungsausschuss verwiesen.