Eine bundesweite Umfrage des Nachhilfeanbieters Studienkreis ergab, dass 85 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen korrektes Schreiben als wichtig oder sehr wichtig erachten. Trotz anhaltender Probleme in der Orthografie halten die meisten es für zukunftsrelevant, auch im Zeitalter von KI und Autokorrektur. Mädchen und Gymnasialschüler bewerten die Rechtschreibung besonders hoch.
Die repräsentative Umfrage wurde im Dezember 2025 von der Marktforschungsagentur KB&B Family Facts durchgeführt und umfasste 1011 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren. Darunter waren 26 Prozent Grundschüler, 34 Prozent Gymnasialschüler, 33 Prozent Schüler anderer weiterführender Schulen, 3 Prozent Berufsschüler und 4 Prozent aus anderen Schulformen wie Waldorfschulen.
Auf die Frage „Wie wichtig ist es dir, nach den Rechtschreibregeln richtig zu schreiben?“ antworteten 85 Prozent mit „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Nur 8 Prozent der Mädchen hielten Rechtschreibung für „nicht wichtig“, bei Jungen waren es 19 Prozent. Unter Gymnasialkindern fanden 48 Prozent sie „sehr wichtig“, lediglich 8 Prozent „nicht wichtig“.
Die Ergebnisse sind umso bemerkenswerter, da Studien wie der IQB-Bildungstrend 2021 zeigen, dass rund jeder dritte Viertklässler den Mindeststandard der Kultusministerkonferenz nicht erreicht und nur 44 Prozent den Regelstandard erfüllen. Dennoch nannten 84 Prozent gute Noten als Grund für korrektes Schreiben, 45 Prozent die Ernsthaftigkeit durch andere. Mädchen assoziierten es zu 39 Prozent mit gutem Selbstgefühl, während 10 Prozent der Jungen es als „nervig und unnötig“ empfanden. Gymnasialschüler verbanden es zu 56 Prozent mit Ernstnahme.
54 Prozent störten sich an Schreibfehlern bei anderen, etwa in Chats oder bei Influencern – vor allem Ältere und Gymnasialschüler. 79 Prozent glauben, dass Rechtschreibung trotz Autokorrektur, Diktierfunktionen und KI wichtig bleibt; bei Mädchen 82 Prozent, bei Jungen 75 Prozent, am stärksten bei Gymnasialkindern.
Zudem erwarten 86 Prozent bessere Berufs- oder Ausbildungschancen durch korrekte Rechtschreibung, bei Mädchen 89 Prozent und Gymnasialschülern 90 Prozent. Jüngere Kinder waren hier unsicherer und antworteten öfter „weiß nicht“.