Die Regierung hat trotz früherer Kritik vorgeschlagen, das Strafmündigkeitsalter auf 13 Jahre zu senken, doch das Lagrådet lehnt den Plan nun entschieden ab. Laut dem Rat besteht die Gefahr, dass Jugendkriminalität anstatt zu sinken zunimmt und der Vorschlag mit der UN-Kinderrechtskonvention kollidiert. Justizminister Gunnar Strömmer verteidigt die Notwendigkeit einer Reform, verspricht aber, das Gutachten zu prüfen.
Die Regierung ist trotz starker Kritik im Remissverfahren Ende Januar mit dem Vorschlag vorgerückt, das Strafmündigkeitsalter auf 13 Jahre zu senken. Das Lagrådet hat nun das Gesetzesvorhaben geprüft und lehnt es entschieden ab. In seinem Gutachten schreibt der Rat, dass der Vorschlag seinen Zweck, die Jugendkriminalität zu senken, nicht erfülle. Im Gegenteil könne mit einer Senkung eine Zunahme der Kriminalität und eine Verschiebung auf noch jüngere Kinder erwartet werden. nn„Dass mit einer Senkung des Strafmündigkeitsalters eine Zunahme der Jugendkriminalität und eine Verschiebung auf noch jüngere Kinder zu erwarten ist, spricht dafür, dass der Vorschlag seinen Zwecken entgegenwirkt“, heißt es im Gutachten. nnDer Rat warnt zudem vor dem Risiko unrechtmäßiger Freiheitsentziehung bei Kindern und dass der Vorschlag mit der UN-Kinderrechtskonvention kollidiert. Der Vorschlag gilt vorübergehend für schwere Verbrechen, doch der Rat erhebt keine Kritik an mehreren anderen Teilen des Antrags. nnJustizminister Gunnar Strömmer (M) kommentiert in einer schriftlichen Stellungnahme an TT, dass ein großes Bedürfnis bestehe, das System für Jugendliche, die schwere Verbrechen begehen, zu reformieren. Er weist darauf hin, dass die derzeitigen Jugendermäßigungen zu zu niedrigen Strafen führen. nn„Es ist eine Realität, dass das derzeitige System weder darin gelingt, Menschen vor lebensbedrohlicher Gewalt zu schützen, Opfern Genugtuung zu verschaffen noch die destruktiven Muster zu durchbrechen, die oft um diese Kinder existieren“, schreibt Strömmer. nnDer Minister merkt an, dass der Rat anderen Vorschlägen nicht widerspricht, und gibt an, dass die Regierung das Gutachten sorgfältig prüfen wird, bevor sie mitteilt, wie sie weiter verfahren wird.