Das Berufungsgericht hat die kenianische Regierung angewiesen, sämtliche Dokumente im Zusammenhang mit dem Eisenbahnprojekt Nairobi-Mombasa (Standard Gauge Railway) freizugeben. Das Urteil vom 15. Mai wies eine Berufung des Generalstaatsanwalts zurück, der die Verträge unter Verschluss halten wollte.
Ein Richtergremium entschied, dass es verfassungswidrig sei, den Steuerzahlern Informationen über das 4,5-Milliarden-Dollar-Bahnprojekt vorzuenthalten. Die Entscheidung bestätigte eine Petition von Bürgerrechtlern aus dem Jahr 2021, die die Dokumente bereits 2019 und 2021 angefordert hatten.
Der Generalstaatsanwalt hatte argumentiert, dass eine Offenlegung die nationale Sicherheit und die Beziehungen zu China gefährden würde. Das Gericht wies diese Behauptungen zurück und erklärte, dass die Regierung konkrete Beweise für eine mögliche Schädigung vorlegen müsse, anstatt lediglich allgemeine Behauptungen aufzustellen.
Das Urteil stärkt das Recht der Kenianer auf Zugang zu staatlichen Informationen gemäß der Verfassung und dem Gesetz über den Informationszugang (Access to Information Act). Die Parteien tragen ihre Kosten jeweils selbst.